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ProSiebenSat.1 verdient mehr und verkauft weniger: TV-Werbung kippt die Umsatzprognose

ProSiebenSat.1 erwartet 2026 organisch einen leichten Umsatzrückgang statt Wachstum. Das EBITDA stieg nach neun Monaten auf 198 Mio Euro, vor allem durch Kostensenkungen.

Leere Senderegie am Abend mit ausgeschalteten Monitoren, Schreibtischlampe und geschlossener Mappe
Symbolbild: leere SenderegieKI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • ProSiebenSat.1 rechnet für 2026 auf organischer Basis nun mit einem leichten Rückgang des Konzernumsatzes, bisher hatte der Konzern ein leichtes Wachstum erwartet.
  • Als Grund nennt der Vorstand das schwierige konjunkturelle Umfeld und die schwache Entwicklung des TV-Werbemarkts.
  • Nach vorläufigen Zahlen stieg das EBITDA in den ersten neun Monaten um 159 Mio Euro auf 198 Mio Euro, während der Konzernumsatz um 11 Prozent auf 2.244 Mio Euro sank.
  • Die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal will ProSiebenSat.1 am 12. November 2026 veröffentlichen.

Bei ProSiebenSat.1 laufen Ergebnis und Umsatz in entgegengesetzte Richtungen. Der Vorstand erwartet für 2026 auf organischer Basis jetzt einen leichten Rückgang des Konzernumsatzes, bisher hatte er ein leichtes Wachstum angekündigt. Das teilte der Konzern am 29.10.2026 per Ad-hoc-Mitteilung mit. Als Gründe nennt er die schwache Konjunktur und die schwache Entwicklung des TV-Werbemarkts.

Das sind 159 Mio Euro mehr als in den ersten neun Monaten 2025, und das Geld kommt nicht aus dem Werbeverkauf. Laut der Pressemitteilung zu den vorläufigen Neunmonatszahlen sanken allein die Programmaufwendungen um 126 Mio Euro auf 588 Mio Euro. Der Konzern erklärt das vor allem mit einer geänderten Abschreibungsmethode und damit, dass er große Sportereignisse wie die Olympischen Winterspiele und die Fußball-Weltmeisterschaft über mehrere Plattformen verwertet. Dazu kommen Effekte aus dem Restrukturierungsprogramm von 2025. Das EBIT drehte mit 67 Mio Euro ins Plus.

Der Umsatz fiel in den neun Monaten um 11 Prozent auf 2.244 Mio Euro. Ein großer Teil geht auf Verkäufe zurück, darunter Verivox, wetter.com und Studio71 US. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte bleibt ein Minus von 3 Prozent oder 63 Mio Euro, das ProSiebenSat.1 mit der gedämpften Nachfrage im TV-Werbemarkt begründet. Wachstum meldet der Konzern nur bei der Online-Parfümerie flaconi. Finanzvorstand Bob Rajan sagt, das Marktumfeld bleibe „herausfordernd und belastet unsere Umsatzentwicklung“.

Die Senderwerbung trägt das Wachstum nicht mehr#

Für Werbungtreibende und Mediaagenturen ist die Prognosesenkung das deutlichere Signal als das EBITDA. Wenn ProSiebenSat.1 im Herbst vom Wachstum auf Rückgang umstellt, spricht das dafür, dass die Budgets für klassische TV-Spots auch im Jahresendgeschäft nicht zurückkommen. Der Konzern setzt deshalb auf Kosten und neue Kundengruppen: Seven.One Media verkauft Addressable-TV-Kampagnen seit dem 7. Oktober 2026 mit dem AdManager auch an kleinere Mittelständler. Ob solche Angebote den Rückgang im Kerngeschäft bremsen, zeigen erst die vollständigen Quartalszahlen am 12. November 2026.

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