audioXpert bekommt einen Planungsassistenten, der bewusst ohne KI rechnet

Das Wichtigste in Kürze
- ARD Media und RMS haben am 29.10.2026 den Planungsassistenten COMPASS in ihrem gemeinsamen Audio-Planungstool audioXpert freigeschaltet.
- COMPASS berechnet innerhalb der Vorgaben von Planerinnen und Planern mehrere optimierte Szenarien, etwa nach Budget, GRP oder Durchschnittskontakten.
- Die Vermarkter betonen, dass der Assistent nach festen Regeln arbeitet und keine künstliche Intelligenz nutzt; die Entscheidung bleibt bei den Planenden.
Wer Radiowerbung in Deutschland plant, bekommt seit dem 29.10.2026 einen Rechenhelfer dazu. ARD Media und RMS, die beiden großen Audiovermarkter, haben in ihr gemeinsames Planungstool audioXpert einen Assistenten namens COMPASS eingebaut, wie die Pressemitteilung mitteilt. Er schlägt mehrere optimierte Pläne vor, ausgewählt wird weiter von Menschen.
Was rechnet COMPASS eigentlich?#
Planerinnen und Planer legen wie bisher Sender, Zielgruppe und Zeitraum fest und geben ein Ziel vor, zum Beispiel ein Budget, eine Zahl von GRP (Bruttoreichweitenpunkten) oder Durchschnittskontakte. Innerhalb dieses Rahmens rechnet COMPASS mehrere Szenarien durch, die sich nebeneinander vergleichen lassen. Bisher kostete genau diese Detailplanung viele Optimierungsschleifen von Hand. Grundlage sind die Daten, die audioXpert ohnehin führt: Leistungswerte aus der ma Audio und aus best for planning, Tagespreise und Tarife der werbungführenden Sender.
Warum betonen die Vermarkter, dass keine KI drinsteckt?#
Weil Nachvollziehbarkeit im Mediageschäft eine Währung ist. COMPASS arbeite mit einem Algorithmus nach festen Vorgaben, nicht mit künstlicher Intelligenz, schreiben ARD Media und RMS; die Ergebnisse ließen sich überprüfen. Wer einem Kunden einen Radioplan erklärt, muss sagen können, warum ein Sender drin ist und ein anderer nicht. Ein Modell, das bei gleicher Eingabe dieselbe Antwort liefert, lässt sich gegenüber Controlling und Auftraggeber leichter verteidigen als eine Empfehlung aus einem Sprachmodell. MEEDIA bleibt bei diesem Versprechen vorsichtig und spricht vom „angeblich KI-freien“ Assistenten.
Als Stimme aus der Praxis lassen die Vermarkter Felix Genz von der Agentur pilot in Hamburg sprechen, dort Leiter Beratung Planung Klassik. Er lobt vor allem, dass Basisplanungen einheitlicher werden und Zeit für die Kundenanforderungen frei wird. ARD Media und RMS kündigen für die Einführung Informationen an den bisherigen Nutzerkreis sowie Vorstellungen und Schulungen an.
Für Mediaagenturen lohnt ein Probelauf vor der nächsten Jahresplanung: Wer die Szenarien von COMPASS neben die eigenen Radiopläne legt, sieht schnell, ob das eigene Optimierungswerkzeug noch mehr leistet als der gemeinsame Branchenstandard.



