57 Prozent der jungen Menschen wollen keine Influencer-Werbung für Ungesundes

Das Wichtigste in Kürze
- 57 Prozent der Befragten zwischen 14 und 25 Jahren stimmen laut einer forsa-Umfrage für den vzbv der Aussage zu, dass Influencer keine Werbung für ungesunde Lebensmittel machen sollten.
- Vier von zehn Befragten haben schon mindestens ein Lebensmittel gekauft, weil ein Influencer es empfohlen hat; 87 Prozent sagen, sie erkennen Werbung auf Social Media leicht.
- Der vzbv fordert ein Verbot für Produkte, die die WHO-Nährwertkriterien für Kinder nicht erfüllen; die Kennzeichnungspflicht reiche nicht.
Inhalt
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat für seine Forderung nach einem Werbeverbot neue Zahlen, und sie kommen genau aus der Zielgruppe, um die es geht. 57 Prozent der Befragten zwischen 14 und 25 Jahren finden, dass Influencer keine Werbung für ungesunde Lebensmittel machen sollten. Das ergibt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des vzbv, über die die Neue Osnabrücker Zeitung am 29.10.2026 berichtet. Befragt wurden vom 4. bis 12. Oktober 547 junge Menschen online.
Wirkt die Werbung, obwohl sie erkannt wird?#
Nach den Zahlen ja. 87 Prozent der Befragten geben an, Werbung auf Social Media leicht zu erkennen. Vier von zehn haben aber schon mindestens ein Lebensmittel gekauft, weil ein Influencer es empfohlen hat. Für den Verband ist das der Beleg, dass die Kennzeichnungspflicht nicht ausreicht: Influencer-Marketing wirke gerade, weil Produkte in Alltagsroutinen und scheinbar persönliche Empfehlungen eingebettet sind. Das ist für Marken unbequem, denn es trifft das Argument, mit dem sie Creator-Budgets begründen.
Welche Produkte wären betroffen?#
Mehr, als der Begriff „Süßigkeiten“ vermuten lässt. Der vzbv will Influencer-Werbung für jedes Lebensmittel verbieten, das an den Kinder-Nährwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) scheitert, weil es zu viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Maßstab ist damit ein Nährwertprofil, keine Produktgruppe. Schon im Januar wollte der Verband zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel für Kinder aus der Social-Media-Werbung verbannen. vzbv-Vorständin Ramona Pop sagt: „Die Politik muss junge Menschen besser schützen und Influencer-Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten.“
Ist das eine neue Forderung?#
Nein, der Verband legt nach. Im Januar 2026 hatte eine forsa-Befragung unter 1.002 Erwachsenen ergeben, dass 72 Prozent strengere gesetzliche Vorgaben für Influencer wollen, wenn sie Produkte bewerben oder Ernährungstipps geben. Damals ging es um alle Altersgruppen, jetzt um die Jungen, die der vzbv selbst als besonders empfänglich beschreibt. Die Umfrage ist klein und vom Absender beauftragt; als Signal an die Politik taugt sie trotzdem, weil sie die Kennzeichnung als Schutz in Frage stellt.
Food-Marken, die mit Creatorn arbeiten, sollten ihr Portfolio jetzt gegen die WHO-Nährwertprofile legen: Welche Produkte fielen unter ein solches Verbot, und welcher Anteil des Influencer-Budgets hängt an ihnen?



