Kommunikationsabteilungen: 41 Prozent lassen schon die Hälfte von KI schreiben

Das Wichtigste in Kürze
- 41 Prozent der Kommunikationsleiter lassen laut IMPACT-Studie 2026 der PER Group mindestens die Hälfte ihrer Inhalte von oder mit KI erstellen.
- In fünf Jahren wollen 70 Prozent der Führungskräfte mehr als die Hälfte ihrer Inhalte so produzieren; abgestimmte KI-Systeme nutzen bisher nur 15 Prozent.
- Weniger als die Hälfte der Abteilungen prüft regelmäßig, ob die Maßnahmen wirken.
Die Frage, ob Kommunikationsabteilungen KI einsetzen, ist erledigt. Offen ist, ob jemand misst, was dabei herauskommt. 41 Prozent der Kommunikationsleiter lassen laut der IMPACT-Studie 2026 der PER Group schon mindestens die Hälfte ihrer Inhalte von KI oder mit ihrer Hilfe erstellen. Regelmäßig prüft den Erfolg der Maßnahmen aber weniger als die Hälfte. Das Hamburger Beratungsnetzwerk hat dafür 300 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.
Eingesetzt wird KI bisher dort, wo sie mehr Ansprache bringt: 31 Prozent nutzen sie für personalisierte Kundenansprache, 28 Prozent, um mehr mit den Zielgruppen zu kommunizieren. Der Anteil soll steigen. In fünf Jahren wollen 70 Prozent der Führungskräfte mehr als die Hälfte ihrer Inhalte so produzieren. Bei Agentic AI ist der Rückstand dagegen groß: Aufeinander abgestimmte KI-Systeme, die komplexe Aufgaben selbst erledigen, verwenden bisher nur 15 Prozent.
Beide Befunde passen zusammen, und genau das macht die neue Zahl unangenehm. Wenn KI den Output verbilligt, wächst die Menge an Posts, Texten und personalisierten Varianten, ohne dass die Abteilungen besser belegen können, was sie bewirken. PER-Group-Geschäftsführer Roland Heintze formuliert das selbst: Mehr Inhalte sagten „am Ende nichts darüber aus, ob sich Wahrnehmungen und Verhalten tatsächlich geändert haben“. Die Bausteine für Wirkungsmessung hätten viele Abteilungen sogar im Haus, etwa Social Listening (41 Prozent), Predictive Analytics (30 Prozent) und Attribution Modelling (26 Prozent).
Zu bedenken ist, wer hier fragt: Die PER Group bietet selbst Beratung an, die Kommunikation messbar auf Unternehmensziele ausrichten soll; die Studie wirbt also auch für das eigene Angebot. Die Zahlen bleiben trotzdem ein brauchbarer Hinweis für Agenturen, die Content für Unternehmenskommunikation liefern. Gewinner sind die, die ihren Kunden neben dem Text einen belegten Effekt verkaufen können, Verlierer die reinen Content-Lieferanten, deren Arbeit KI im Haus billiger erledigt.



