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Vom Kunden zurück zur Agentur: Chai Sinthuaree kauft Netzbewegung

Der frühere Ogilvy-Deutschland-Chef übernimmt laut MEEDIA die Karlsruher Digitalagentur Netzbewegung mit rund 30 Mitarbeitenden. Der Gründer wechselt in den Beirat.

Illustration: ein großer Schlüssel lehnt an einem offenen Türrahmen aus Steinblöcken, daneben eine Topfpflanze
KI-Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Chaichana „Chai“ Sinthuaree hat laut MEEDIA die Karlsruher Digitalagentur Netzbewegung als Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter übernommen.
  • Er führt die rund 30 Mitarbeitenden gemeinsam mit Uwe Raabe, dem langjährigen Geschäftsführer für Technologie und Entwicklung.
  • Gründer Alwin Roppert begleitet den Übergang als Beirat; zu den Hauptkunden zählen Tempo, Zewa, Bruder, Costa, der SWR und der Deutsche Sparkassenverlag.

„Mich interessiert nicht, wie wir mit KI einfach nur schneller das Gleiche produzieren können.“ Mit diesem Satz meldet sich Chaichana „Chai“ Sinthuaree im Agenturgeschäft zurück. Der frühere Chef von Ogilvy Deutschland hat die Karlsruher Digitalagentur Netzbewegung als Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter übernommen, wie MEEDIA am 27. Oktober berichtet.

Netzbewegung beschäftigt laut MEEDIA rund 30 Menschen. Sinthuaree führt die Agentur gemeinsam mit Uwe Raabe, der seit Jahren als Geschäftsführer für Technologie und Entwicklung zuständig ist. Gründer Alwin Roppert, der im März 2027 sechzig wird, begleitet den Übergang als Beirat. Für Essity arbeitet Netzbewegung an Tempo und Zewa, außerdem gehören Bruder (Spielwaren), Costa (Fisch und Meeresfrüchte), der SWR und der Deutsche Sparkassenverlag zu den wichtigsten Auftraggebern. Das Angebot reicht von Websites mit Typo3 und E-Commerce bis zu Social Media, Performance Marketing, Animation und Serious Games.

Sinthuaree, 46, kommt nach Jahren auf der anderen Seite des Tisches zurück. Nach Ogilvy war er von 2021 bis Anfang 2024 Chief Digital & Media Officer bei Eckes-Granini, danach führte er den Auto-Abo-Anbieter ASS Athletic Sport Sponsoring und leitete zuletzt interimistisch die Digital- und Innovationseinheit der Sparkasse Bremen. Wer einen Etat ausgeschrieben und Agenturen gesteuert hat, kennt die Erwartungen der Kunden aus erster Hand, und genau damit dürfte er bei Bestandskunden wie Neukunden werben.

Nachfolge ohne Holding und ohne eigenes Team#

Für die Branche ist der Fall ein Muster für eine Frage, die viele inhabergeführte Agenturen beschäftigt: Wer übernimmt, wenn der Gründer aufhört? Hier ist es weder eine Holding noch das eigene Team, sondern ein Manager mit Kundenerfahrung, der sich die Firma kauft und den Gründer als Beirat behält. Sinthuaree kündigt an, Arbeitsweisen, Angebote und Geschäftsmodelle der Agentur zu hinterfragen. Ob daraus mehr wird als ein Generationswechsel, zeigt sich an den ersten Pitches unter neuer Führung und daran, ob die großen Bestandskunden bleiben.

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