News aus Marketing, Media und Agenturen
Newsletter

Deutsche Welle holt die KI in die Intendanz: Simon Uhl wird Chief AI Officer

Die DW schafft die Funktion eines Chief AI Officer direkt bei der Intendantin. Simon Uhl, im Dezember 2025 gekommen, steuert künftig KI- und Datenstrategie.

Porträt von Simon Uhl in senfgelbem Hemd vor grauem Hintergrund
Simon Uhl ist seit Dezember 2025 bei der DWFoto: Till Wollenweber/Media Lab Bayern

Das Wichtigste in Kürze

  • Intendantin Barbara Massing beruft Simon Uhl zum Chief AI Officer der Deutschen Welle, die Funktion ist in der Intendanz angesiedelt.
  • Uhl verantwortet die strategische Steuerung der KI- und Datenaktivitäten und setzt mit der Geschäftsleitung Prioritäten für bereichsübergreifende Vorhaben.
  • Er kam im Dezember 2025 zur DW und war zuletzt Head of Editorial AI & Lab, zuvor arbeitete er beim SPIEGEL und beim Media Lab Bayern.

Die Deutsche Welle hängt ihre KI-Strategie direkt an die Spitze. Intendantin Barbara Massing hat Simon Uhl zum Chief AI Officer berufen, das hat der Auslandssender am 15. Oktober mitgeteilt. Die Funktion sitzt in der Intendanz, nicht in der Technik und nicht in einer einzelnen Redaktion.

Uhl verantwortet künftig die strategische Steuerung der KI- und Datenaktivitäten. Mit der Geschäftsleitung setzt er Prioritäten für Vorhaben, die mehrere Bereiche betreffen, und entwickelt die KI-Strategie weiter. Die DW will KI-Projekte im Haus stärker vernetzen, Standards setzen und Neuerungen schneller in den ganzen Sender bringen.

Entscheidend ist, dass wir diese Technologien verantwortungsvoll einsetzen und so nutzen, dass sie unseren publizistischen Auftrag stärken.

Simon Uhl, Chief AI Officer der Deutschen Welle

Der Aufstieg ging schnell. Uhl kam erst im Dezember 2025 zur DW und leitete zuletzt als Head of Editorial AI & Lab die Entwicklung neuer KI-Anwendungen und redaktioneller Abläufe. Vorher entwickelte er Datenjournalismus- und KI-Werkzeuge für den SPIEGEL, beim Media Lab Bayern betreute er Projekte für die Medienbranche, wie auch DWDL berichtet.

Der Zuschnitt passt zur Lage der Branche. Viele Medienhäuser haben inzwischen eine KI-Strategie, messen aber kaum, was sie bringt: Laut KI-Reifegrad-Report von BDZV und Retresco haben 79 Prozent eine Strategie, nur 20 Prozent messen den Ertrag mit belastbaren Zahlen. Eine Stelle, die bei der Intendanz Prioritäten über alle Bereiche setzt, ist eine Antwort auf genau diese Lücke. Der Bayerische Rundfunk ist am 13. Oktober den umgekehrten Weg gegangen und hat zuerst ein Produkt gezeigt, einen News-Assistenten auf BR24-Inhalten. Die DW beginnt mit der Zuständigkeit.

Mehr zum Thema