Öffentliche Werbung in Österreich: Google und Meta legen zu, Boulevard und Gewista verlieren

Das Wichtigste in Kürze
- Öffentliche Stellen in Österreich meldeten der KommAustria für das erste Halbjahr 2026 Werbe- und Informationsschaltungen für knapp 174 Millionen Euro.
- Google erhielt laut HORIZONT Österreich rund 8,2 Millionen Euro, Meta rund 6,8 Millionen; internationale Plattformen zusammen 17,4 Millionen Euro.
- Die drei großen Boulevardmedien kamen zusammen auf 11,8 Millionen Euro, rund 1,5 Millionen weniger als im ersten Halbjahr 2025; Gewista verlor rund 1,6 Millionen.
Ministerien, Länder, Kammern und staatsnahe Unternehmen in Österreich haben für das erste Halbjahr 2026 Werbe- und Informationsschaltungen für knapp 174 Millionen Euro gemeldet. Das zeigen die Medientransparenzdaten, die die Medienbehörde KommAustria am 15. Oktober veröffentlicht hat. Das Volumen ist fast stabil. Wer davon profitiert, verschiebt sich aber: Google und Meta legen zu, Boulevardtitel und der Außenwerber Gewista verlieren.
Die Zahlen zu den Empfängern stammen aus der Auswertung von HORIZONT Österreich. Demnach gingen die meldepflichtigen Werbeausgaben der öffentlichen Hand von 176,8 Millionen auf 173,9 Millionen Euro zurück.
| Empfänger | 1. Halbjahr 2026 | Entwicklung laut HORIZONT Österreich |
|---|---|---|
| ORF | rund 10,6 Mio. € | knapp vor Google |
| rund 8,2 Mio. € | legt entgegen dem Trend zu | |
| Gewista | rund 7,2 Mio. € | rund 1,6 Mio. € weniger |
| Meta (Facebook, Instagram) | rund 6,8 Mio. € | leicht gestiegen |
| Kronen Zeitung | rund 6,2 Mio. € | rund 200.000 € weniger |
| Regionalmedien Austria | rund 4,4 Mio. € | ohne größeren Rückgang |
Quelle: HORIZONT Österreich auf Basis der KommAustria-Daten vom 15.10.2026.
Plattformen wachsen, während die Stadt Wien spart#
Zusammen flossen laut HORIZONT Österreich 17,4 Millionen Euro an die internationalen Plattformen, rund eine Million mehr als im ersten Halbjahr 2025. TikTok kam auf etwa 850.000 Euro. Auf der anderen Seite stehen die drei großen Boulevardmedien mit zusammen 11,8 Millionen Euro, rund 1,5 Millionen weniger als im ersten Halbjahr 2025. Heute verlor etwa 680.000 Euro, Oe24 rund 740.000 Euro. Einen Teil davon erklärt die Stadt Wien, die ihre Ausgaben um die Hälfte auf rund 5,6 Millionen Euro reduziert hat.
Für Vermarkter in Österreich ist das ein unbequemes Signal. Wenn ausgerechnet bei öffentlichen Auftraggebern Google und Meta wachsen, während Boulevard und Außenwerbung Geld verlieren, dürfte auch dieses Budget dorthin wandern, wo Reichweite kurzfristig gebucht und gemessen werden kann. Gewista dürfte das besonders spüren, obwohl der Außenwerber seine digitalen Screens zuletzt sogar für einen Testalarm geöffnet hat.
Nicht alle Verlage verlieren. Die Kleine Zeitung legte laut HORIZONT Österreich um rund 350.000 auf etwa 2,9 Millionen Euro zu, die Presse rutschte dagegen um fast ein Fünftel auf rund 1,8 Millionen. Insgesamt meldeten 1.415 öffentliche Rechtsträger Ausgaben, dazu kamen Förderungen von knapp 38 Millionen Euro.
Gewinner sind in diesem Halbjahr die Plattformen und einzelne Regionalverlage, Verlierer die Wiener Boulevardtitel und die klassische Außenwerbung.



