WARC-Prognose: Werbemarkt wächst 2026 um 11,9 Prozent, die Plattformen ziehen davon

Das Wichtigste in Kürze
- WARC erwartet laut MEEDIA für 2026 ein Plus der weltweiten Werbeausgaben um 11,9 Prozent auf 1,34 Billionen US-Dollar.
- Social Media wächst demnach 2026 um 21,3 Prozent, Search um 14,2 und Retail Media um 14,3 Prozent; für TV, Print und Radio sagt WARC Rückgänge voraus.
- Alphabet, Amazon und Meta sollen 2026 zusammen 59,7 Prozent der Werbeausgaben außerhalb Chinas erreichen.
- Für Österreich nennt WARC 850 US-Dollar Werbeausgaben je Einwohner, für die Schweiz 825 US-Dollar.
Die weltweiten Werbeausgaben wachsen 2026 um 11,9 Prozent auf 1,34 Billionen US-Dollar. Das sagt die neue Prognose des Marktforschers WARC voraus, über die MEEDIA berichtet. Das Plus verteilt sich allerdings sehr ungleich: Digitale Kanäle wachsen zweistellig, klassische Gattungen schrumpfen.
| Gattung | Wachstum 2026 laut WARC | Volumen 2026 |
|---|---|---|
| Social Media | +21,3 % | 394,6 Mrd. US-Dollar |
| Video-on-Demand | +15,1 % | 48,4 Mrd. US-Dollar |
| Retail Media | +14,3 % | 202,1 Mrd. US-Dollar |
| Search | +14,2 % | 295,7 Mrd. US-Dollar |
| Digital Out-of-Home | +13,7 % | 21,7 Mrd. US-Dollar |
Anders die klassischen Gattungen: Für Fernsehwerbung nennt MEEDIA für das nächste Jahr ein Minus von 1,8 Prozent, für Print 0,9 Prozent und für Radio 3,0 Prozent.
Social, Search und Retail Media vereinen laut der Prognose 2026 zusammen 66,4 Prozent der globalen Werbeausgaben, bis 2028 sollen es 70 Prozent sein. Alphabet, Amazon und Meta allein kommen demnach 2026 auf 59,7 Prozent der Werbeausgaben außerhalb Chinas, umgerechnet 659,6 Milliarden US-Dollar. Für 2027 erwartet WARC eine Abkühlung auf 8,4 Prozent Wachstum, für 2028 noch 7,9 Prozent. Als Treiber nennt der Marktforscher unter anderem Investitionen in KI und Großereignisse wie Olympia und die Fußball-Weltmeisterschaft.
Was die Weltzahlen für den deutschsprachigen Markt sagen#
Für Österreich setzt WARC 2026 Werbeausgaben von 850 US-Dollar je Einwohner an, für die Schweiz 825 US-Dollar. Einen eigenen Deutschland-Wert nennt der MEEDIA-Bericht nicht. Die Richtung passt aber zur hiesigen Branchenprognose: Der OVK hat sein Plus für Onlinewerbung in Deutschland für 2026 auf 13,8 Prozent angehoben, erstmals mit Connected TV gerechnet.
Für Vermarkter klassischer Gattungen ist das eine unbequeme Lage. Obwohl Olympia und die Fußball-Weltmeisterschaft als Treiber gelten, sagt WARC für TV, Print und Radio global Rückgänge voraus. Mediaagenturen, die Budgets zwischen Gattungen verteilen, verhandeln damit zunehmend mit Alphabet, Amazon und Meta über den größeren Teil des Geldes. Ob sich diese Schere 2027 wieder schließt, hängt an einer Zahl: Fällt das Gesamtwachstum wie prognostiziert auf 8,4 Prozent und steigt der Anteil von Social, Search und Retail Media trotzdem bis 2028 auf 70 Prozent, verlieren die übrigen Kanäle auch relativ weiter Boden.



