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Gewista spielt den Testalarm auf DOOH-Screens in mehreren Bundesländern: Werbeflächen als Warnkanal

Beim Zivilschutz-Probealarm am 3. Oktober ersetzte ein Warn-Sujet den Werbeloop, erstmals über Wien hinaus. Für den Out-of-Home-Marktführer auch ein Verkaufsargument.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim österreichweiten Zivilschutz-Probealarm am 3. Oktober 2026 hat die Gewista-Gruppe erstmals in mehreren Bundesländern ein Testalarm-Sujet auf digitalen Außenwerbe-Screens ausgespielt.
  • Beteiligt waren neben Gewista und Megaboard die Töchter und Partner Progress, USP, Ankünder und PSG Poster Service.
  • Technisch läuft das über das JCDecaux-System EVENT, das den Werbeloop unterbricht; in Wien sind die Screens seit Juli 2026 an das Warnsystem der Stadt angebunden.

Am Samstag zeigten die digitalen Screens der Gewista-Gruppe für die Dauer eines Tests keine Werbung. Statt des Loops lief ein klar gekennzeichnetes Testalarm-Sujet, nicht nur in Wien, sondern erstmals auch in anderen Bundesländern. Anlass war der österreichweite Zivilschutz-Probealarm am 3. Oktober 2026, den Gewista in einer Pressemeldung vom 1. Oktober angekündigt hatte.

Mitgemacht haben Gewista und Megaboard in Wien und Niederösterreich, Progress Außenwerbung in Salzburg und Tirol, USP Außenwerbung in Oberösterreich, der Ankünder in der Steiermark und PSG Poster Service in Kärnten. In Wien waren auch die digitalen MEGAscreens der Megaboard dabei. Die Technik dahinter ist das JCDecaux-System „EVENT“: Es ersetzt im Ernstfall den laufenden Werbeloop automatisch durch ein Warn- oder Informationstemplate. Vorarlberg und das Burgenland nennt die Mitteilung nicht.

Vorgearbeitet hatte Wien. Seit dem 15. Juli 2026 können Warnmeldungen der Stadt automatisiert auf Gewista-City-Lights laufen, über standardisierte CAP-Meldungen (Common Alerting Protocol), die das Krisenmanagement der Stadt erstellt und freigibt. Vor dem Start gab es laut Gewista-Mitteilung vom 15. Juli fünf gemeinsame Testläufe. Ein erstes Pilotprojekt gab es laut medianet schon 2024 in Graz, umgesetzt vom Ankünder mit dem Katastrophenschutz der Stadt.

Für die Vermarkter ist das mehr als eine Gefälligkeit. Gewista-CEO Franz Solta spricht davon, die „Leistungsfähigkeit unserer digitalen Infrastruktur“ über Wien hinaus sichtbar zu machen. Laut Mitteilung ist Gewista das einzige österreichische Out-of-Home-Unternehmen, das dafür Screens in mehreren Bundesländern nutzen kann. Das dürfte vor allem bei Städten verfangen, die Werbeflächen im öffentlichen Raum vergeben: Ein Netz, das im Notfall die Bevölkerung erreicht, ist ein Argument für genau diese Flächen. Werbetreibende müssen dafür hinnehmen, dass ihr Spot im Anlassfall unterbrochen wird; die Ausspielung am 3. Oktober diente laut Gewista nur dem Funktionstest.

Der Ankünder denkt schon weiter: Über eine Anbindung an die Landeswarnzentralen ließen sich etwa Sturmwarnungen auf die Screens bringen, zitiert medianet die Geschäftsführer. Wien hat diesen Schritt mit der städtischen Warnplattform im Juli vollzogen. Für die übrigen Länder nannte Gewista im Juli Gespräche und das Ziel, das System abhängig von den regionalen Rahmenbedingungen bis Ende des Jahres in ganz Österreich umzusetzen. Welche Länder ihre Warnzentralen tatsächlich anbinden, sagt das Unternehmen bisher nicht.

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