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Tamedia streicht 34 Vollzeitstellen und nennt den Werbeabfluss zu Plattformen als Grund

Das Zürcher Medienhaus baut vor allem in den Redaktionen ab. Als Grund nennt Tamedia einen schrumpfenden Werbemarkt, dessen Geld zu globalen Plattformen wandert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tamedia will 34 Vollzeitstellen abbauen, 30 davon in der Publizistik und 4 im Print-Desk, wie kress und persönlich.com berichten.
  • Betroffen sind 41 Mitarbeitende, 28 in der Deutschschweiz, 9 in der Westschweiz und 4 im Print-Desk.
  • Als Grund nennt Tamedia einen stark rückläufigen Werbemarkt, aus dem Schweizer Werbegeld zunehmend zu globalen Plattformen abfließt.
  • Die Betroffenen sollen bis Ende Oktober 2026 informiert werden; ein Sozialplan sieht unter anderem Frühpensionierungen vor.

Tamedia baut erneut ab: 34 Vollzeitstellen will das Zürcher Medienhaus streichen, fast alle in den Redaktionen, wie kress und persönlich.com am 5. Oktober 2026 übereinstimmend berichten. Bemerkenswert ist die Begründung aus der Mitteilung des Unternehmens. Der Werbemarkt gehe stark zurück, und Schweizer Werbegeld fließe zunehmend zu globalen Plattformen.

So verteilt sich der Abbau laut beiden Berichten:

Bereich Wert
Vollzeitstellen insgesamt 34
davon Publizistik 30
davon Print-Desk 4
betroffene Mitarbeitende 41
davon Redaktionen Deutschschweiz 28
davon Redaktionen Westschweiz 9

Die Betroffenen sollen bis Ende Oktober 2026 in Gesprächen erfahren, ob ihre Stelle wegfällt. Für die Betroffenen gibt es einen Sozialplan, der etwa Frühpensionierungen vorsieht; wo möglich, sucht Tamedia Lösungen im eigenen Haus. CEO Jessica Peppel-Schulz nennt den Abbau in der Mitteilung eine „schwierige Konsequenz“ der „neuen Marktrealität“. Die Redaktionen sollen Aufgaben bündeln, weniger Verwaltung tragen und Abläufe stärker automatisieren.

Der Werbemarkt finanziert weniger Journalismus#

Für Werbekunden und Mediaagenturen in der Schweiz ist das mehr als eine Personalnachricht. Wenn eines der großen Schweizer Medienhäuser seine Kosten offen an den Abfluss von Werbegeld knüpft, setzt es auf die Leserschaft, die zahlt. Redaktionelle Umfelder, in denen Marken werben, werden dadurch eher schmaler als breiter. Für Vermarkter wird es schwieriger, gegen Plattformen mit Reichweite zu argumentieren, wenn die eigene Inhaltsmenge sinkt. Für Werbetreibende dürfte die Frage wichtiger werden, wie viel ihnen journalistische Umfelder als Teil des Mediaplans wert sind.

Der Schritt reiht sich in eine Serie ein: Schon Ende 2024 hatte Tamedia Personal abgebaut, wie beide Medien erinnern. Laut persönlich.com fielen damals in den Redaktionen 55 Vollzeitstellen weg, danach galt ein Entlassungsstopp bis Ende September 2026. Dass die Begründung jetzt wieder ähnlich klingt, spricht dafür, dass die Erlöslücke aus dem Werbegeschäft nicht geschlossen ist.

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