Jahreszeiten Verlag: Mehr Ausgaben heben die Anzeigen, der Wohntitel „Juno“ kommt wohl nicht

Das Wichtigste in Kürze
- Der Jahreszeiten Verlag führt steigende Anzeigenumsätze laut kress auf höhere Erscheinungsfrequenzen zurück; sie stiegen seit mehreren Jahren.
- Für 2025 nennen interne Unterlagen laut kress einen Verlust von 871.000 Euro.
- Das geplante Wohn-Lifestyle-Magazin „Juno“ dürfte nicht erscheinen: Der vorgesehene Chefredakteur Sebastian Späth hat den Verlag verlassen, die Frage nach dem Start ließ der Verlag offen.
- Im Zeitschriftengeschäft der Ganske Verlagsgruppe standen 2024 laut kress 8,2 Millionen Euro Anzeigenerlöse, bei 147,7 Millionen Euro Gruppenumsatz.
Der Jahreszeiten Verlag sieht sich im Anzeigengeschäft auf Kurs, weil er seine Titel häufiger erscheinen lässt. Die Anzeigenumsätze steigen nach Angaben des Verlags seit mehreren Jahren, wie kress berichtet. Für 2025 weisen interne Unterlagen laut kress trotzdem einen Verlust von 871.000 Euro aus.
Was sagt der Verlag selbst?#
Auf Anfrage von kress nannte das Haus von Verleger Sebastian Ganske, das unter anderem „Merian“ und den „Robb Report“ herausgibt, die Geschäfte 2026 „sehr erfreulich“. „Insbesondere im Anzeigenbereich zahlt sich die Erhöhung der Erscheinungsfrequenzen aus“, heißt es in der Antwort. Auch die Reichweiten entwickelten sich demnach positiv.
Was wird aus „Juno“?#
Ein geplanter Neustart liegt dagegen offenbar auf Eis. Der Verlag hatte sich laut kress im vergangenen Jahr die Marke „Juno“ gesichert, um ein Magazin für gehobenes Wohnen zu starten, einen Dummy produziert und Sebastian Späth als Chefredakteur verpflichtet. Späth hat das Haus inzwischen verlassen. Ob „Juno“ noch erscheint, ließ der Verlag auf Nachfrage offen.
Wie viel trägt der Hebel Frequenz?#
Eine höhere Frequenz ist im Lifestyle-Print der naheliegende Weg zu mehr Anzeigenerlös: Jede zusätzliche Ausgabe schafft neue Plätze in Umfeldern, die Reise-, Genuss- und Luxusmarken gezielt buchen. Sie kostet aber Druck, Papier und Redaktion und trägt nur, solange die Kunden mitziehen. Wie klein das Geschäft im Konzern ist, zeigen die Bilanzzahlen der Ganske Verlagsgruppe für 2024, die kress nennt: Im Zeitschriftengeschäft standen 8,2 Millionen Euro Anzeigenerlöse und 3,6 Millionen Euro Vertriebserlöse, bei einem Gruppenumsatz von 147,7 Millionen Euro. Allein das Buchgeschäft brachte rund 59,6 Millionen Euro.
Der Verlag selbst zieht aus seinen Zahlen den gegenteiligen Schluss: Für ihn ist 2026 ein gutes Jahr, nicht die Fortsetzung eines Verlustjahrs. Wer bei Jalag-Titeln Anzeigen plant, bekommt im Moment also mehr Ausgaben und damit mehr Termine angeboten, aber keinen zusätzlichen Titel.



