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„Emma“ hört nach 50 Jahren auf, obwohl die Einnahmen noch die Kosten decken

Die feministische Zeitschrift „Emma“ wird eingestellt, die letzte Ausgabe erscheint am 8. Dezember. Den Grund sieht die Redaktion nicht im Geld, sondern in der Kraft.

Leeres Zeitschriftenregal aus weißem Draht an einer hellen Wand, Symbol für eine eingestellte Zeitschrift
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zeitschrift „Emma“ wird nach 50 Jahren und 398 Ausgaben eingestellt, das letzte Heft erscheint am 8. Dezember mit doppeltem Umfang.
  • Nach Darstellung von Alice Schwarzer und der Redaktion sind nicht wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend: Die Auflage sinke, die Einnahmen deckten aber weiter die Ausgaben.
  • Das Archiv der Zeitschrift geht an das Deutsche Literaturarchiv Marbach und soll ab 2029 zugänglich sein.

„Jetzt sind wir ermattet.“ Mit diesem Satz begründen Alice Schwarzer und ihre Redaktion das Ende der „Emma“. Die feministische Zeitschrift wird nach 50 Jahren und 398 Ausgaben eingestellt, wie DWDL und MEEDIA am 21. Oktober berichten. Das letzte Heft erscheint am 8. Dezember.

Bemerkenswert ist die Begründung. Wirtschaftlich müsste „Emma“ nach eigener Darstellung nicht aufhören: Die Auflage sinke zwar, die Einnahmen deckten aber weiter die Ausgaben. Die Redaktion geht, weil sie meint, es reiche. Die Schlussausgabe soll doppelt so dick werden wie üblich und Bilanz zu den 50 wichtigsten Themen des Blattes ziehen. Die erste „Emma“ war im Januar 1977 erschienen, Schwarzer ist heute 83 Jahre alt.

Für den Zeitschriftenmarkt ist das ungewöhnlich: Hier endet ein Heft, das sich nach eigener Aussage noch rechnet, nicht am Anzeigen- oder Lesermarkt, sondern an der Kraft ihrer Redaktion. Das zeigt die Schwachstelle inhabergeführter Publikumstitel ohne Verlagsgruppe dahinter, deren Zukunft an wenigen Köpfen hängt.

Ganz verschwinden soll „Emma“ nicht. Das Archiv geht an das Deutsche Literaturarchiv Marbach und soll ab 2029 für Interessierte offenstehen.

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