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KI im Einkauf: Deutsche nehmen Chatbot-Tipps an, bei KI-Werbung bremsen sie

Zwei Adtech-Studien zeigen eine klare Grenze: KI darf empfehlen und auf Produktseiten führen. Automatisch bestellen und sichtbar werben soll sie eher nicht.

Symbolbild: Einkaufskorb mit Gemüse und Brot neben einem zugeklappten Laptop auf einer Küchenarbeitsplatte
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • 39 Prozent der Deutschen lehnen es ab, dass ein KI-Assistent Alltagsprodukte automatisch nachbestellt; im Schnitt der sechs Märkte von Criteo sind es 32 Prozent.
  • In den Daten der Criteo-Kunden führte ChatGPT von Januar bis Juli häufiger direkt auf Produktseiten als klassische Suchmaschinen.
  • Laut einer Censuswide-Befragung für Verve unter 2.000 Erwachsenen in Deutschland würden rund 35 Prozent einer Marke weniger vertrauen, wenn ihre Werbung erkennbar mit KI erstellt ist.
  • Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 45 Prozent, zugleich bewerten 30 Prozent dieser Gruppe KI-Anzeigen positiver.

Empfehlen ja, entscheiden nein: Das ist die Linie, die zwei aktuelle Untersuchungen aus dem Adtech-Umfeld für deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher ziehen, wie ADZINE berichtet. Besonders deutlich wird sie beim automatischen Nachbestellen.

Wie weit lassen Deutsche die KI beim Einkauf ran?#

Im Schnitt der sechs Märkte, die Criteo für seinen „CPG Pulse 2026“ befragt hat, liegt dieser Anteil bei 32 Prozent. Nur in Japan ist die Ablehnung noch höher. Befragt wurden mehr als 6.300 Konsumentinnen und Konsumenten, dazu wertete das Adtech-Unternehmen Commerce-Daten seiner Kunden aus Marken und Handel aus. Darin zeigt sich die andere Seite: ChatGPT führte von Januar bis Juli häufiger direkt auf Produktseiten als klassische Suchmaschinen, und im Juli verbuchten 86 Prozent dieser Kunden mindestens eine Transaktion, die über ChatGPT kam. ADZINE weist zu Recht darauf hin, dass das nur den eigenen Kundenbestand von Criteo beschreibt, nicht den Markt.

Wie wirkt Werbung, die erkennbar von KI stammt?#

Die zweite Studie stammt von Verve. Censuswide hat dafür 2.000 Erwachsene in Deutschland befragt. Rund zwei Drittel können sich vorstellen, auf Empfehlung eines KI-Chatbots einzukaufen, am ehesten bei Reisen, Lebensmitteln und Mode. Bei Werbung, von der bekannt ist, dass sie mit KI erstellt wurde, sind die Reaktionen gespalten: Rund 35 Prozent würden der Marke weniger vertrauen, fast ebenso viele sehen keinen Unterschied, knapp ein Fünftel bewertet die Anzeige sogar besser. Bei den 18- bis 24-Jährigen geht es weiter auseinander, 45 Prozent verlieren Vertrauen, 30 Prozent reagieren positiver.

Für Marken kommt das zur Unzeit. Seit 2. August gelten die Transparenzpflichten des AI Act, KI-Motive müssen also in vielen Fällen erkennbar sein. Ausgerechnet die jüngste Zielgruppe reagiert darauf am stärksten in beide Richtungen. Beide Werte sind allerdings hypothetisch: Verve hat gefragt, wie Menschen reagieren würden, nicht gemessen, was eine gekennzeichnete Anzeige tatsächlich bewirkt.

Wer Commerce-Kampagnen plant, sollte deshalb zwei Dinge trennen. Produktdaten und Feeds, die in KI-Assistenten auftauchen, sind ein Reichweitenthema und dürften wichtiger werden, die Messung dafür entsteht gerade, etwa über die Prüfdienste für ChatGPT Ads. KI-generierte Motive dagegen gehören auf den Prüfstand, getrennt nach jungen und älteren Gruppen, bevor eine Marke sie breit ausspielt.

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