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ChatGPT Ads im Test: günstige Klicks, kaum Registrierungen

SE Ranking hat ChatGPT Ads mit eigenem Budget getestet: 97.131 Impressionen, 1,30 % Klickrate, aber fast keine Anmeldungen. In DACH läuft die Werbung nur kontextuell.

Das Wichtigste in Kürze

  • SE Ranking testete ChatGPT Ads im Juni 2026 in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland: 97.131 Impressionen, 1.263 Klicks, 1,30 % Klickrate.
  • Ein Klick kostete im Schnitt 3,16 US-Dollar, Registrierungen blieben nach Angaben des Anbieters fast aus; er stoppte den Test vorzeitig.
  • Zwei von acht Anzeigengruppen holten rund die Hälfte aller Impressionen, die schwächste nur 857.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft ChatGPT Ads laut SE Ranking seit dem 24.08.2026 ausschließlich kontextuell.

Der Tracking-Anbieter SE Ranking hat ChatGPT Ads mit eigenem Budget ausprobiert und den Versuch vorzeitig beendet: Die Anzeigen brachten Klicks, aber so gut wie keine Registrierungen. Für Werbungtreibende in Deutschland ist das eine Vorwarnung und kein Maßstab, denn der Test lief vom 3. bis 15. Juni 2026 in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland, nicht in Europa.

Aufgebaut hatte SE Ranking drei Kampagnen mit acht Anzeigengruppen und 48 Anzeigen, Ziel waren Klicks mit manuell gesetztem Gebot. Der durchschnittliche Klickpreis lag bei 3,16 US-Dollar und damit auf Höhe der Startgebote von 3 bis 5 Dollar, die OpenAI empfiehlt. Die Kosten je Registrierung lagen dagegen „weit über“ dem, was das Unternehmen in der klassischen Suchmaschinenwerbung akzeptiert (SE Ranking, 23.09.2026).

Die Plattform verteilt die Impressionen sehr ungleich#

Auf die zwei größten Anzeigengruppen entfiel etwa die Hälfte der Impressionen, die kleinste kam auf 857. Innerhalb einer Gruppe bekam eine einzelne Anzeige 11.074 Impressionen, die fünf übrigen zwischen 43 und 584. Sechs Anzeigen je Gruppe ergeben deshalb keinen Test mit sechs Varianten: Das System entscheidet selbst, wo genug passende Gespräche laufen. Einen Bericht mit den auslösenden Gesprächen gibt es nicht, Werbetreibende sehen nur aggregierte Zahlen.

Was für Deutschland gilt#

Seit dem 24.08.2026 liefert OpenAI Anzeigen auch in Deutschland aus, zunächst über ausgewählte Agenturpartner (OnlineMarketing.de). Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz ist die Werbung nach Darstellung von SE Ranking rein kontextuell: Es gibt keine Custom Audiences, gesteuert wird über Kontexthinweise und negative Keywords. Zu sehen sind die Anzeigen nur in den Tarifen Free und Go (Search Engine Roundtable, 19.08.2026); zum Start in 31 Märkten und zur Partnerlage mit Equativ und Adform hat Adwoche bereits berichtet.

Das erklärt einen Teil des Ergebnisses. SE Ranking wollte Agenturinhaber und SEO-Teamleiter erreichen, also Menschen, die KI beruflich nutzen und eher ein werbefreies Bezahlabo haben. Der PPC-Spezialist Vadym Hryshchenko sagt, die Grenze liege „nicht am Gebot oder am Creative“, sondern daran, dass die Zielgruppe die Anzeigen nicht zu sehen bekomme. Aussichtsreicher sei der E-Commerce: Produktfeeds mit Preiskarten und genug Käufen, aus denen das System lerne.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. SE Ranking bietet selbst einen Tracker für ChatGPT-Anzeigen an und hat ein Interesse an dem Thema, der Test ist ein einzelner Fall. Und er liegt Monate zurück: Laut dem Unternehmen hat OpenAI kurz danach eine Conversion-Optimierung ergänzt, die dem Versuch noch nicht zur Verfügung stand.

Wer in Deutschland testet, sollte vor dem Start festlegen, bei welchem Preis pro Registrierung der Versuch endet, und Pixel sowie Conversions API an einer Testconversion prüfen, bevor das erste Budget läuft.

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