VAUNET bestätigt Grewenig und rechnet mit 72 Prozent Plattform-Anteil bei Instream-Video
Das Wichtigste in Kürze
- Der VAUNET hat am 22.09.2026 seine Spitze einstimmig bestätigt: Claus Grewenig von RTL Deutschland bleibt Vorstandsvorsitzender.
- Nina Gerhardt (RTL Radio Deutschland) führt künftig den Fachbereich Radio & Audiodienste, Matthias Heinze (Warner Bros. Discovery) wird Schatzmeister.
- Nach VAUNET-Prognose vereinen 2026 wenige Plattformen 72 Prozent der Instream-Videowerbung in Deutschland auf sich.
- Grewenig fordert einen „Aktionsplan Medienvielfalt bis 2028“, in dem Bund, Länder und EU ihre Vorhaben bündeln.
Claus Grewenig bleibt an der Spitze der privaten Medien: Die Mitglieder des VAUNET haben den Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland am 22.09.2026 in Berlin einstimmig als Vorstandsvorsitzenden wiedergewählt. Neu besetzt wurden der Vorsitz im Fachbereich Radio & Audiodienste und das Amt des Schatzmeisters.
| Amt | Person | Änderung |
|---|---|---|
| Vorstandsvorsitz | Claus Grewenig, RTL Deutschland | bestätigt |
| Fachbereich Radio & Audiodienste, Vorsitz | Dr. Nina Gerhardt, CEO RTL Radio Deutschland | neu, bisher stellvertretende Vorstandsvorsitzende |
| Fachbereich Radio & Audiodienste, Stellvertretung | Marco Maier, CEO FFH Mediengruppe | neu, bisher Vorsitzender |
| Fachbereich TV und Multimedia, Vorsitz | Dr. Michael Müller, ProSiebenSat.1 Media | bestätigt |
| Schatzmeister | Matthias Heinze, Warner Bros. Discovery | neu, Nachfolger von Kristina Freymuth |
Maier trat nach sechs Jahren an der Spitze des Radio-Fachbereichs nicht erneut an, Freymuth (RTL Deutschland/Sky) hatte das Schatzmeisteramt vier Jahre inne; beide bleiben dem Verband laut VAUNET mit ihrer Expertise erhalten.
Wenige Plattformen, 72 Prozent der Instream-Werbung#
Wie Grewenig die nächste Amtszeit anlegt, zeigte seine Rede beim Get-together am Abend der Mitgliederversammlung. Nach einer VAUNET-Prognose werden 2026 wenige globale Plattformen 72 Prozent der Werbeumsätze mit Instream-Videowerbung in Deutschland auf sich vereinen. Das ist die Zahl eines Verbandes, der für Sender und Vermarkter spricht, und sie dient erkennbar als Hauptargument: Die Nachfrage nach privaten Angeboten sei ungebrochen, die Refinanzierung aber rutsche zu den Plattformen.
Der Verband verlangt deshalb einen „Aktionsplan Medienvielfalt bis 2028“, der die Vorhaben von Bund, Ländern und EU zusammenführt. Als Handlungsfelder nennt Grewenig die Filmförderung, das Wettbewerbsrecht, die europäische Digitalregulierung und den Digitale Medien-Staatsvertrag der Länder. Die Mitgliederversammlung warnte außerdem vor verbraucherschutzpolitischen Rechtsakten, die Online- und Abomodelle treffen könnten, und nannte Digital-Omnibus-Verordnung, Digital Fairness Act und ein EuGH-Urteil zum Widerruf digitaler Inhalte.
Radio will Auffindbarkeit und faire Regeln#
Gerhardt stellt für das Radio die Auffindbarkeit in den Vordergrund: Private Radio- und Webradioangebote sollen auf Benutzeroberflächen, in Audiosystemen und im Auto diskriminierungsfrei auffindbar bleiben. Zudem dürften kommerzielle Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zulasten privater Anbieter ausgeweitet werden.
Zur Flex-Kombi von ARD Media äußert sich der Verband in seiner Mitteilung nicht. Sie fällt aber in genau das Feld, das Gerhardt anspricht: Ab dem 1. Oktober können Werbungtreibende ihre nationale Radio-Kombi nach Angaben von ARD Media aus 36 Sendern selbst zusammenstellen, die Einzelheiten stehen in unserer Meldung zur Flex-Kombi. Ob der VAUNET darin eine Ausweitung kommerzieller Aktivitäten sieht, ist offen; sein Radio-Fachbereich wird mit Gerhardt nun von der CEO von RTL Radio Deutschland geführt, die das Thema öffentlich gesetzt hat.



