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RTL Deutschland macht YouTube zum Zubringer: Alte Cobra-11-Folgen holen 30 Millionen Views

RTL Deutschland stellt Altbestand wie Cobra 11 auf YouTube und erzielt laut DWDL 30 Millionen Views. Die Vermarktung liegt offenbar bei der Ad Alliance.

Abendliches Wohnzimmer mit leuchtendem Fernseher und einem Smartphone auf dem Sofa
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • RTL Deutschland hat rund 200 ältere Folgen von „Alarm für Cobra 11“ auf YouTube gestellt und damit laut DWDL in einem Jahr 30 Millionen Views erzielt.
  • Die zusätzlichen YouTube-Erlöse liegen laut RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter im zweistelligen Millionenbereich.
  • Die Vermarktung der eigenen Inhalte auf YouTube liegt nach dem DWDL-Bericht offenbar bei der Ad Alliance, nicht allein bei YouTube.

Rund 200 alte Folgen von „Alarm für Cobra 11“, die im eigenen Programm kaum noch etwas wert waren, haben RTL Deutschland auf YouTube in einem Jahr 30 Millionen Views gebracht. Das sagte CEO Stephan Schmitter am 12.10.2026 auf der Fernsehmesse MIPCOM in Cannes, wie DWDL berichtet. Das Publikum der Actionserie ist dort zu 83 Prozent männlich und im Schnitt etwa 30 Jahre alt.

Schmitter stand gemeinsam mit YouTubes Europa-Chef Pedro Pina auf der Bühne. Vor drei Jahren habe RTL Deutschland laut DWDL praktisch keine direkte Beziehung zu YouTube gehabt, heute sei die Plattform ein zusätzlicher Vertriebskanal. Die Erlöse daraus beziffert Schmitter auf einen zweistelligen Millionenbetrag. YouTube teile mehr als die Hälfte der Videoerlöse mit seinen Partnern, sagte Pina; RTL entscheide selbst, welche Inhalte auf die Plattform kommen und wie sie monetarisiert werden.

Die Ad Alliance verkauft YouTube-Inventar im Paket mit#

Für Mediaagenturen ist der wichtigere Satz einer zur Vermarktung. Nach dem DWDL-Bericht liegt sie für die RTL-Inhalte auf YouTube offenbar bei der Ad Alliance und nicht allein bei der Plattform. Der Vermarkter kann damit lineares Fernsehen, RTL+, Sky und YouTube als ein Angebot verkaufen. Das verschiebt die Verhandlung: Wer Reichweite in jüngeren Zielgruppen sucht, bekommt sie bei RTL inzwischen über eine fremde Plattform, aber vom eigenen TV-Vermarkter. Ähnlich verkauft die Ad Alliance schon den Live-Sport, der RTL jüngere Zuschauer bringt.

YouTube ist dabei als Zubringer gedacht. Nutzer sollen von dort zu RTL+ und künftig zu Sky wechseln. Schmitter überlegt laut DWDL, YouTube fünf bis zehn Minuten eines Fußballspiels exklusiv zu überlassen und die Zuschauer danach ins eigene Angebot zu leiten. Bis 2030 gebe es einen gemeinsamen Wachstumsplan; über welche Rolle YouTube spielt, entscheide man Format für Format.

Bemerkenswert ist der Ton: Werbegelder, die zu Google und YouTube abwandern, setzen dem werbefinanzierten Fernsehen seit Jahren zu, auf der Bühne war davon keine Rede. Pina fasste das Verhältnis so: „Das ist das goldene Zeitalter des Fernsehens“ („This is the golden age of TV“). Ob die Rechnung für RTL aufgeht, hängt daran, wie viele Cobra-11-Zuschauer am Ende tatsächlich bei RTL+ ankommen.

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