Mopo holt Taboolas KI-Antwortmaschine auf die Seite

Das Wichtigste in Kürze
- Die Hamburger Morgenpost bindet als erster Publisher im DACH-Raum Taboolas KI-Antwortmaschine DeeperDive ein, auf der Startseite und auf den Artikelseiten.
- Die Antworten speisen sich nur aus den redaktionellen Inhalten der Mopo; Taboola ergänzt sie um Monetarisierung und liefert zusätzlich den Taboola Feed.
- Die Mopo kehrt damit als Partner zu Taboola zurück, nachdem sie laut MEEDIA vor wenigen Wochen den Verzicht auf Programmatic Advertising angekündigt hatte.
Die Hamburger Morgenpost bindet als erster Publisher im DACH-Raum DeeperDive ein, die KI-Antwortmaschine von Taboola. Wer auf der Startseite oder unter einem Artikel eine Frage stellt, bekommt eine Antwort, die nur aus redaktionellen Inhalten der Mopo gebaut ist. Das haben Taboola und die Mopo am 20. Oktober 2026 mitgeteilt.
Warum kehrt die Mopo zu Taboola zurück?#
Der Deal ist größer als das KI-Modul. Die Mopo kehrt als Partner zu Taboola zurück, mit dem sie schon über Jahre gearbeitet hatte, und übernimmt neben DeeperDive auch den Taboola Feed und weitere Monetarisierungslösungen. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Vor wenigen Wochen hatte Geschäftsführer Arist von Harpe angekündigt, künftig auf Programmatic Advertising zu verzichten, wie MEEDIA erinnert. Die Mopo setzt ihre Erlöse damit auf einen Partner statt auf den offenen Auktionsmarkt.
Was hat ein Verlag von der KI-Antwort auf der eigenen Seite?#
Für Verlage ist das Modul eine Antwort auf ein Problem, das Adwoche zuletzt an den Verlegerverbänden und Metas Crawling-Klausel gezeigt hat: Fragen werden zunehmend bei Plattformen beantwortet, die Klicks bleiben dort. DeeperDive dreht das um. Taboola nennt für das Modul rund elf Millionen monatlich aktive Nutzer, eingesetzt unter anderem bei HuffPost UK, USA Today Co., India Today und BuzzFeed Asia. Die Frage wird auf der eigenen Seite gestellt, die Antwort stammt aus dem eigenen Archiv, und neben der Antwort entsteht neues Inventar.
„Mit DeeperDive bieten wir unseren Leser:innen ein KI-Erlebnis, das auf unseren eigenen, vertrauenswürdigen Inhalten basiert“, sagt von Harpe. Die Kehrseite liegt in der Konstruktion: Wer die KI-Antwort und die Werbung daneben vom selben Anbieter bezieht, bindet sich enger an ihn als mit einem Widget unter dem Artikel. Taboola hat die Monetarisierung hinter DeeperDive zudem gerade für KI-Assistenten und Chatbots geöffnet, also auch für Angebote, die mit Verlagen um dieselben Fragen konkurrieren.
Verlage, die ähnliche Module prüfen, sollten vor dem Start klären, wer die Werbeplätze in den Antworten vermarktet und wer die Fragen der Leser auswerten darf.



