Netflix erwartet nur noch 2,7 statt 3 Milliarden Dollar Werbeumsatz

Das Wichtigste in Kürze
- Netflix rechnet für 2026 mit rund 2,7 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz, bisher waren es etwa 3 Milliarden.
- Als Grund nennt der Konzern, dass einige Werbefunktionen langsamer eingeführt werden als erwartet; das Abo-Geschäft lief besser als geplant.
- Neu ist eine Partnerschaft mit Adform für Europa, Nahost und Afrika; 2027 startet das Werbeabo in 15 weiteren Ländern.
Netflix rechnet 2026 nur noch mit rund 2,7 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz, bisher waren es etwa 3 Milliarden. So steht es im Aktionärsbrief zum dritten Quartal. Den Grund sucht der Konzern bei sich selbst: Einige Werbefunktionen kommen langsamer an den Start als erwartet.
Hinter der Korrektur steckt also kein Einbruch der Nachfrage, sondern ein Produktthema. Das Abo-Geschäft hat die eigenen Erwartungen sogar übertroffen, der Gesamtumsatz soll 2026 auf 51,1 Milliarden Dollar steigen, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Es hakt bei den Werkzeugen, mit denen Werbetreibende Netflix einkaufen und messen.
Genau dort baut der Konzern aus. Im dritten Quartal hat er den programmatischen Zugang über weltweit verfügbare CTV-Marketplace-Deals erweitert und für Europa, Nahost und Afrika eine Partnerschaft mit Adform geschlossen. Reichweite, Frequenz und Attribution sollen künftig direkt in der DSP messbar sein. 2027 kommt das Werbeabo in 15 weitere Länder, die erste Welle im März mit neun Märkten in der Region EMEA.
Für Einkäufer hier wird Netflix leichter erreichbar#
MEEDIA liest die Korrektur als „ernüchternder Frühindikator“ für die CTV-Branche. Das greift für den deutschen Markt zu kurz. Agenturen, die ihre Streaming-Budgets über Adform steuern, dürften Netflix-Inventar künftig ohne eigenen Direktdeal einplanen können, und mit Messwerten in der DSP wird es mit anderen CTV-Angeboten vergleichbar.
Wie groß der Kuchen ist, um den es geht, zeigt die Herbstprognose des VAUNET: Streaming-Videowerbung wächst in Deutschland 2026 um 15 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro, 72 Prozent davon gehen an Alphabet, Amazon, ByteDance und Meta. Wer den großen Plattformen Anteile abnehmen will, braucht genau die Einkaufswege, die Netflix gerade nachrüstet.
Ob es beim Rollout-Problem bleibt, zeigt der Brief zum vierten Quartal: Hält Netflix an den 2,7 Milliarden fest, war die Senkung eine Frage des Tempos. Fällt die Zahl noch einmal, fehlt es an Nachfrage.



