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freenet übernimmt waipu.tv komplett: Programmatische TV-Werbung wird zum Wachstumsargument

freenet kauft die restlichen rund 25 Prozent an waipu.tv für zunächst rund 76 Mio. Euro. Der Börsengang ist vom Tisch, Werbeerlöse rücken in die Strategie.

Symbolbild: Wohnzimmer am Abend mit großem Fernseher, der einen mintgrauen Farbverlauf zeigt, daneben eine kleine Empfangsbox
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • freenet erwirbt die restlichen rund 25 Prozent an der Exaring AG (waipu.tv) und hält damit 100 Prozent.
  • Der initiale Kaufpreis liegt bei rund 76 Mio. Euro auf Basis einer Bewertung von rund 300 Mio. Euro, erfolgsabhängig können bis zu 50 Mio. Euro hinzukommen.
  • Der von Minderheitsaktionären angestrebte Börsengang wird nicht weiterverfolgt.

„Unerwartet günstig“ habe man die Anteile erwerben können, sagt freenet-Chef Robin Harries. Der Mobilfunkkonzern übernimmt die restlichen rund 25 Prozent an der Exaring AG, die waipu.tv betreibt, und hält damit 100 Prozent. Das hat freenet am 13. Oktober mitgeteilt. Der initiale Kaufpreis liegt bei rund 76 Mio. Euro, das entspricht einer Bewertung von rund 300 Mio. Euro. Erreicht waipu.tv bestimmte Leistungsziele, können bis zu 50 Mio. Euro dazukommen.

waipu.tv hat nach Konzernangaben rund 2 Mio. Kunden und einen Anteil von etwa 20 bis 25 Prozent am deutschen IPTV-Markt. Die Plattform bündelt laut freenet über 300 TV-Sender und zielt auf die 36 Millionen TV-Haushalte, die von Kabel und Satellit zum Streaming wechseln.

Werbeerlöse stehen jetzt in der Plattform-Rechnung#

Für Sender und Vermarkter ist ein Satz in der Mitteilung wichtiger als der Preis. freenet sieht im IPTV-Geschäft Wachstum nicht nur über mehr Kunden, sondern ausdrücklich über „zusätzliche Erlöspotenziale in der programmatischen Werbung“. Eine Plattform, die Programme verbreitet und zugleich Werbeplätze programmatisch verkauft, ist für die TV-Vermarkter Partner und Konkurrent in einem. Mit 100 Prozent im Konzern fällt die Pflicht weg, Börsenanlegern Wachstum vorzurechnen; die Werbestrategie entscheidet künftig allein freenet. Bezahlt wird aus liquiden Mitteln, die Dividendenpolitik bleibt laut freenet unverändert.

Wie viel Gewicht das Werbegeschäft bekommt, zeigt am Ende der Kaufpreis selbst: Die bis zu 50 Mio. Euro hängen an performancebezogenen Zielen. Welche das sind, nennt freenet nicht. Steckt der Werbeumsatz darin, werden die Verhandlungen mit den Sendern über Werbeplätze auf der Plattform härter.

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