Netflix schließt die DACH-Lücke: Werbe-Abo ab März 2027 auch in Österreich und der Schweiz
Netflix bringt sein werbefinanziertes Abo am 1. März 2027 nach Österreich und in die Schweiz. Damit können Werbetreibende den Streamer erstmals im gesamten DACH-Raum buchen, und die TV- und Streaming-Vermarkter der beiden Länder bekommen einen neuen Wettbewerber um Bewegtbild-Budgets.
Neun neue Märkte in Europa, neue Werkzeuge für Werbekunden#
Angekündigt hat Netflix den Termin auf seinem ersten britischen Upfront am 24. September 2026 in London. Neben Österreich und der Schweiz starten laut Netflix-Newsroom zum selben Datum Belgien, Dänemark, Irland, die Niederlande, Norwegen, Polen und Schweden. Nach Angaben von DWDL sind es insgesamt 15 neue Länder, darunter sechs außerhalb Europas: Kolumbien und Peru, Indonesien, die Philippinen und Thailand sowie Neuseeland.
Für Mediaplaner fast wichtiger sind die Produktneuerungen. Pause Ads, also Werbeflächen beim Anhalten eines Titels, sollen ab Oktober 2026 programmatisch über Partner-DSPs buchbar sein. Außerdem erweitert Netflix das demografische Targeting um Einkommen und Haushaltszusammensetzung. Beides gilt laut der Ankündigung vom 24.09.2026 für Großbritannien und die weitere EMEA-Region, berichtet auch Advanced Television. Grundlage ist die eigene Werbetechnik Netflix Ads Suite, die seit Mai 2025 läuft.
In Deutschland gibt es das Werbe-Abo seit dem 3. November 2022. Es startete damals in zwölf Ländern, zum Einstiegspreis von 4,99 Euro im Monat (Netflix, Oktober 2022). Österreich und die Schweiz blieben seitdem außen vor. Laut DWDL sollen die beiden Märkte künftig aus Deutschland gesteuert werden. Vier Jahre nach dem deutschen Start klingt Netflix auf dem Upfront entsprechend selbstbewusst.
Wir sind nicht mehr der kleine Herausforderer in diesem Markt. („we’re not the small challenger in this market anymore“)
Für internationale Werbetreibende wird DACH bei Netflix damit ein einziger Planungsraum, ein Paket aus einer Hand. Das kann den Streamer vor allem für Kampagnen interessanter machen, die DACH ohnehin als einen Markt planen. Die Vermarkter in Österreich und der Schweiz bekommen einen Wettbewerber, der mit Targeting nach Einkommen und Haushalt um dieselben Bewegtbild-Budgets wirbt. Zwei Termine stehen fest: Ab Oktober sollen Pause Ads programmatisch buchbar sein, ab dem 1. März 2027 ist auch das Publikum in Österreich und der Schweiz erreichbar. Wer den Buchungsweg bis dahin geklärt hat, direkt, programmatisch oder beides, plant das Frühjahr schon mit.
