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Adwoche-Ticker

Lidl macht eine Sat.1-Show zum Verkaufsregal: vom Sonntagabend in die Filiale

In „Die Millionenidee“ entstehen Produkte vor der Kamera, Lidl verkauft die Gewinner am Morgen danach. Sender und Händler testen TV als direkten Absatzkanal.

Inhalt
  1. Was unterscheidet die Show von der „Höhle der Löwen“?
  2. Wer entscheidet, was ins Regal kommt?
  3. Warum läuft die Show am Vorabend?

Sat.1 und Lidl verknüpfen eine Unterhaltungsshow direkt mit dem Einkauf: Was am Sonntagabend in „Die Millionenidee – mit Ralf Dümmel“ gewinnt, liegt am Montagmorgen im Regal des Discounters. Für Sender und Handel ist das ein Versuch, aus Reichweite unmittelbar Umsatz zu machen, ganz ohne Shoppable-Ad-Technik.

Was unterscheidet die Show von der „Höhle der Löwen“?#

Die Show startet laut Sat.1 am 8. November 2026 und läuft sonntags um 18:15 Uhr. Bis zur Mitteilung vom 27.09.2026 hatten sich nach Angaben des Senders 6.598 Menschen beworben. Anders als in der „Höhle der Löwen“, aus der Dümmel als Investor bekannt ist, braucht es kein fertiges Produkt: Laut Lidl genügt eine Skizze, Businessplan, Eigenkapital und Prototyp entfallen. Dümmel und sein Team entwickeln die Idee zur Marktreife. Nach Angaben von DWDL trägt er das Risiko allein, der Gewinn wird nach Abzug der Kosten hälftig mit den Erfindern geteilt. Produziert wird das Format von Endemol Shine Germany.

Wer entscheidet, was ins Regal kommt?#

Dümmel und Lidl, gemeinsam. Die Gewinner sind laut Lidl direkt nach der Ausstrahlung im Onlineshop und in der Lidl-Plus-App bestellbar und am nächsten Morgen in allen über 3.250 deutschen Filialen zu haben. Alexander Lafery, der das Marketing der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG leitet, begründet den Schritt so: „Der Handel von morgen muss überraschen und extrem schnell sein.“

Warum läuft die Show am Vorabend?#

Sat.1 zeigt die Show nicht zur Primetime, sondern am Sonntagvorabend. DWDL nennt das überraschend, doch für die Handelslogik passt es: Wer um 18:15 Uhr zuschaut, kann noch am selben Abend online bestellen oder am Montag in die Filiale gehen. Zu den finanziellen Konditionen der Kooperation machen die Partner keine Angaben.

Für TV-Vermarkter ist das Modell interessanter als ein weiterer Sponsoring-Deal. Ein Händler wird nicht mit Spots, sondern als fester Teil der Dramaturgie gebunden, und der Erfolg zeigt sich an der Kasse statt nur in der Quote. Lidl betreibt damit Sortimentspolitik mit eingebauter Werbung: Die Exklusivware kommt mit fertiger Geschichte ins Regal. Klappt das, dürften weitere Händler ähnliche Show-Partnerschaften suchen. Die erste Antwort gibt es am Montag nach der Premiere am 8. November, wenn sich zeigt, ob die Gewinnerprodukte in den Filialen wirklich gehen.

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