Omnicom nach IPG: Media bringt 53 Prozent, Werbung nur noch 15,6 Prozent

Das Wichtigste in Kürze
- Omnicom setzte im dritten Quartal 2026 im Kerngeschäft 6,0 Milliarden Dollar um, organisch 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
- Integrated Media steht für 53,0 Prozent dieses Umsatzes, die Sparte Advertising für 15,6 Prozent.
- Euro Markets & Other Europe trugen 721,1 Millionen Dollar bei, 12,0 Prozent des Kernumsatzes.
- Omnicom will 2026 Kosteneinsparungen von 900 Millionen Dollar aus der IPG-Übernahme erreichen.
Omnicom hat im dritten Quartal 2026 im Kerngeschäft 6,0 Milliarden Dollar umgesetzt, organisch 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Spannender als das Wachstum ist die Verteilung: Laut dem Quartalsbericht vom 22. Oktober 2026 stammen 53,0 Prozent aus Integrated Media, also dem Mediageschäft. Die Sparte Advertising, die klassische Werbung, kommt auf 15,6 Prozent.
Der Rest verteilt sich auf Public Relations mit 11,3 Prozent, Experiential & Other mit 10,7 Prozent und Health mit 9,4 Prozent. Gerechnet ist alles ohne verkaufte oder zum Verkauf gestellte Einheiten; deren Umsatz von 412,1 Millionen Dollar weist Omnicom getrennt aus. Für 2025 rechnet der Konzern Omnicom und Interpublic zusammen, verglichen wird also die fusionierte Gruppe mit sich selbst. Das bereinigte EBITA im Kerngeschäft stieg auf 1,1 Milliarden Dollar, die Marge von 16,2 auf 18,2 Prozent.
Konzernchef John Wren spricht von einer Integration, die „fast abgeschlossen“ sei („integration nearly complete“), und bekräftigt Kosteneinsparungen von 900 Millionen Dollar in diesem Jahr. Europa ohne Großbritannien, bei Omnicom „Euro Markets & Other Europe“, trug 721,1 Millionen Dollar bei, 12,0 Prozent des Kernumsatzes. Eine Zahl für Deutschland nennt der Bericht nicht.
Die Holding verkauft vor allem Media#
Neu ist die Richtung nicht, wohl aber die Deutlichkeit. Publicis hatte am 13. Oktober 2026 gemeldet, dass Connected Media 62 Prozent des Nettoumsatzes ausmacht, und für Deutschland ein organisches Plus von 7,7 Prozent ausgewiesen (unser Bericht dazu). Beide großen Holdings verdienen ihr Geld inzwischen überwiegend dort, wo Budgets eingekauft, Daten verknüpft und Handelsflächen gebucht werden.
Wie das im deutschsprachigen Raum aussieht, zeigte Anfang Oktober der L’Oréal-Etat: Ab dem 1. Januar 2027 betreut die Omnicom-Einheit Beauty Co-Lab aus Düsseldorf den DACH-Mediaetat, bisher lag er bei Wavemaker, wie MEEDIA berichtete (mehr dazu). Solche Etats sind es, die die Media-Quote nach oben treiben.
Für die Kreativagenturen in den Netzwerken dürfte das die Rolle weiter verschieben. Wer nur 15,6 Prozent zum Umsatz beiträgt, verhandelt im Konzern um Budgets und Personal aus einer schwächeren Position, gerade während Omnicom Kosten zusammenlegt. Gewinner sind die Mediaeinheiten, die Kunden mit Daten und Handelsmedien binden; unter Druck geraten die Kreativmarken, die ihren Wert nun im Gesamtpaket der Holding beweisen müssen.



