L'Oréal holt Omnicom für den DACH-Mediaetat: Eine eigene Einheit übernimmt ab 2027
Das Wichtigste in Kürze
- Laut MEEDIA betreut die Omnicom-Einheit Beauty Co-Lab aus Düsseldorf den DACH-Mediaetat von L'Oréal ab 1. Januar 2027 im Full Service.
- Bisher arbeitete L'Oréal in der DACH-Region mit Wavemaker aus dem WPP-Netzwerk.
- Die Media Director von L'Oréal DACH nennt die Expertise in Retail Media als einen Grund für die Wahl.
- Wer Beauty Co-Lab im deutschsprachigen Raum führt, hat Omnicom Media bislang nicht gesagt.
Der Mediaetat von L’Oréal für Deutschland, Österreich und die Schweiz geht an eine Einheit, die in Deutschland erst jetzt als eigene Agenturmarke dazukommt. Ab dem 1. Januar 2027 betreut Beauty Co-Lab aus Düsseldorf, eine Spezialagentur von Omnicom Media Germany, den Kosmetikkonzern im Full Service, wie MEEDIA am 5. Oktober 2026 berichtet; die Agenturgruppe hat den Wechsel demnach selbst mitgeteilt. Bisher lag das Geschäft bei Wavemaker aus dem WPP-Netzwerk.
Das Etatvolumen beziffert MEEDIA auf mehrere 100 Millionen Euro. Zu L’Oréal gehören unter anderem Lancôme, Maybelline, Garnier und Vichy. Beauty Co-Lab ist die eigens für L’Oréal gebaute Omnicom-Agentur und arbeitet laut MEEDIA bereits in mehreren Märkten für den Konzern, darunter Nordamerika. In Deutschland kommt sie als weitere Marke unter das Dach von Omnicom Media Germany, zu dem nach der IPG-Übernahme unter anderem OMD, Initiative, PHD und UM gehören.
Retail Media war Teil der Begründung#
Nadine Sommerfeld, Media Director L’Oréal DACH, nennt in der Mitteilung neben dem Markenverständnis ausdrücklich die „Expertise in Spezialdisziplinen wie Retail Media“. Das passt zu einem Konzern, dessen Marken in Drogerie und Onlinehandel um die Regalplätze kämpfen. Für Mediaagenturen ist es ein weiterer Hinweis, dass Handelsmedien bei großen Pitches nicht mehr Beiwerk sind, sondern mitentscheiden. Wie deutsche Agenturen das Wachstum und die Preise dieser Netze einschätzen, steht in unserer Auswertung des BVDW-Trendmonitors.
Bemerkenswert ist das Modell. Eine Einheit nur für einen Kunden bindet Personal und Technik fest an einen Etat; Holdings dürften so etwas nur für Budgets dieser Größe bauen. L’Oréal hatte laut MEEDIA schon früher ein solches Customized-Modell. Für WPP ist der Verlust eine weitere schlechte Nachricht in einer Phase, in der der Konzern ohnehin seine Führung umbaut, zuletzt mit dem Abgang von VML-Chef Jon Cook. Omnicom Media Germany führt dagegen laut COMvergence das Neugeschäftsranking des ersten Halbjahrs 2026 an, mit 188 Millionen US-Dollar, so MEEDIA.
Offen ist, wer die Arbeit hier verantwortet: Wer Beauty Co-Lab im deutschsprachigen Raum führt, hat Omnicom Media nicht gesagt, eine Anfrage von MEEDIA blieb zunächst unbeantwortet. Spätestens zum Start am 1. Januar 2027 sollte das Team stehen, mit dem Händler und Vermarkter künftig verhandeln.



