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Safari 27 sperrt die Werbedomain von The Trade Desk: Apple kappt eine Leitung des offenen Web

Seit iOS 27 blockiert Safari adsrvr.org und mehrere ID-Dienste. Apple prüft den Fall, Ausnahmen schließt WebKit grundsätzlich aus. Was Planer jetzt wissen müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Safari 27 auf iPhone und iPad blockiert Anfragen an adsrvr.org, die Domain, über die The Trade Desk Gebote und Werbung ausliefert.
  • Auf derselben Sperrliste stehen Domains von UID2, ID5, LiveRamp, Permutive und Audigent; die technische Grundlage hat WebKit am 13. Februar 2026 eingebaut.
  • Ein Apple-Entwickler hat am 22. September 2026 im öffentlichen Ticket geantwortet, man prüfe den Fall; eine Lösung gibt es dort bislang nicht.
  • Nach WebKit-Richtlinie gibt es keine Ausnahmen für einzelne Unternehmen, Werbewirkungsmessung gilt nur als unbeabsichtigte Nebenwirkung.
Inhalt
  1. Was genau sperrt Safari?
  2. Warum trifft es mehr als nur Identity?
  3. Lenkt Apple ein?
  4. Was das Kartellamt damit zu tun hat

Wer eine Kampagne über The Trade Desk einkauft, erreicht Safari-Nutzer auf iPhone und iPad seit iOS 27 über einen wichtigen Weg nicht mehr. Der Browser blockiert die Domain adsrvr.org, über die die DSP Gebote abgibt und Anzeigen ausliefert. Das zeigt ein öffentliches Ticket im WebKit-Bugtracker, das ein Entwickler von The Trade Desk am 21. September 2026 eröffnet hat. In Deutschland haben ADZINE und MEEDIA den Fall am 5. Oktober aufgegriffen.

Was genau sperrt Safari?#

Eine Liste von Domains, deren Anfragen der Browser ohne Bedingung abweist. Sie kam mit Safari 27; laut ADZINE liest WebKit sie inzwischen als aktualisierbare Regelliste von Apples Webprivacy-Komponente ein. Neben adsrvr.org nennt das Ticket uidapi.com (UID2, die ID-Lösung von The Trade Desk), Domains von ID5, LiveRamp, Permutive und Audigent. Die Funktion dafür kam am 13. Februar 2026 in den WebKit-Code, die Änderung trägt den Titel „Anfragen an bestimmte Domains bedingungslos blockieren“. Welche Domains darauf landen, steht nicht im offenen Code. ADZINE schreibt unter Berufung auf das US-Fachmedium AdExchanger, Apple führe eine Bibliothek mit Hunderten Adtech-, Martech- und Datenanbietern. Ob davon mehr als die bekannten Namen gesperrt sind, ist offen.

Warum trifft es mehr als nur Identity?#

Weil adsrvr.org keine reine ID-Domain ist. Der Entwickler von The Trade Desk schreibt im Ticket, die Domain sei der „zentrale Kanal für Werbeanfragen und Auslieferung“ (core ad request and delivery domain) und eben nicht Identity. Die Sperre zielt offenbar auf Kennungen für die Zeit nach dem Cookie, kappt aber den Einkauf mit. Für Publisher fehlt auf Safari damit die Nachfrage dieser DSP. Das Ticket dokumentiert die Sperren mit einem Bildschirmfoto von einem Yahoo-Artikel. Bei einem Test von The Trade Desk blieben Googles Werbeadressen erreichbar, berichtet ADZINE, ebenfalls nach AdExchanger.

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Lenkt Apple ein?#

Am 22. September antwortete ein Apple-Entwickler im Ticket, man prüfe den Fall; am 28. September kündigte er an, sich zu melden, „ob und wann“ es Änderungen zum Testen gebe. Das Ticket steht auf Priorität P1, ist aber weiter offen. Die Tracking-Richtlinie von WebKit macht wenig Hoffnung auf eine Einzellösung: Ausnahmen für bestimmte Unternehmen gibt es nicht, Werbewirkungsmessung und Reichweitenmessung führt sie nur als möglichen „unbeabsichtigten“ Schaden.

Was das Kartellamt damit zu tun hat#

Auf eine Parallele in Deutschland verweist ADZINE: Apples Datenschutzpolitik ist hier bereits Wettbewerbsthema. Am 17. August 2026 hat das Bundeskartellamt Zusagen zur App-Tracking-Abfrage für verbindlich erklärt: Apple muss die Fenster für eigene Angebote und fremde Apps angleichen, die Zusagen gelten sieben Jahre. Die Safari-Sperre betrifft Browser statt Apps und fällt nicht darunter. Der Kern der damaligen Bedenken, dass Apple eigene und fremde Angebote unterschiedlich behandelt, liegt aber nahe an der Frage der Wettbewerbsneutralität, die MEEDIA mit Blick auf den Test mit Googles Adressen aufwirft. Wer im Open Web auf neue Kennungen setzt, wie zuletzt Taboola mit der Realize ID, plant mit einer Unbekannten mehr.

Mediaagenturen sollten in ihren Programmatic-Reports die Safari-Auslieferung über The Trade Desk seit dem Start von iOS 27 getrennt prüfen und bei Lücken die Budgets für Apple-Inventar über andere Einkaufswege absichern, bis das Ticket geschlossen ist.

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