Taboola bringt Realize ID: eine weitere Kennung fürs zersplitterte Open Web
Der Adtech-Konzern Taboola hat mit Realize ID eine eigene Identitätslösung für das Open Web gestartet. Sie soll Kaufabsichten erkennen, bevor Nutzer sich festlegen. Für Werbetreibende in Deutschland kommt damit eine weitere Kennung zu den bestehenden hinzu, statt dass sich die vorhandenen annähern.
Realize ID bündelt nach Angaben von Taboola (Pressemitteilung vom 22.09.2026) Daten aus dem eigenen Netzwerk: wie lange und wie weit Menschen Inhalte lesen, welche Anzeigen sie anklicken, welche Suchbegriffe sie nutzen und ob sie etwa eine Angebotsanfrage beginnen. Taboola nutzt dabei, dass es auf beiden Seiten sitzt. Weil das Unternehmen sowohl für Publisher als auch für Werbekunden arbeitet, schließt sich der Kreis im eigenen System. Taboola spricht von einer bis zu 2,4-fach höheren Conversion-Effizienz, eine Eigenangabe. Unter den zitierten Kunden sind Ergo und Allianz.
Das Versprechen gilt vor allem im eigenen Netzwerk#
In der Überschrift seiner Pressemitteilung verspricht Taboola, die Datenfragmentierung zu überwinden. ADZINE ordnet das am 25.09.2026 enger ein: Die Realize ID soll die Zersplitterung innerhalb von Taboolas Werbeökosystem verringern, ob sie auch zwischen Plattformen hilft, sei offen. Neben NetID, Utiq, ID5, EUID und Ramp ID komme damit eine weitere Lösung in einen ohnehin fragmentierten deutschen Markt, so ADZINE.
Am selben Tag meldete ADZINE, dass der Datenanbieter Gemini Direct aus Idstein seine Zielgruppen über die Ramp ID von Liveramp für CTV, Social, Display und Audio verfügbar macht (ADZINE, 25.09.2026). Auch hier läuft der Weg zur Zielgruppe über die Kennung eines einzelnen Anbieters.
Ob sich die Realize ID lohnt, hängt an den eigenen Daten, die ein Werbetreibender einbringt. Taboola nimmt laut ADZINE gehashte E-Mail-Adressen aus dem CRM an und bietet mehr als 15 Integrationen mit Datenplattformen sowie Clean Rooms. Wie viel der Zuordnung modelliert ist, bleibt unklar. Gewinner sind deshalb Werbetreibende mit eigenen CRM-Daten, die sie in mehrere Systeme einspielen und die Ergebnisse vergleichen können. Verlierer sind Planer ohne solche Daten: Sie müssen die Erfolgsangaben jedes Anbieters einzeln prüfen, ohne gemeinsame Messgröße.