Alpin wird eigene GmbH, die Redaktion schreibt künftig auch für Kunden

Das Wichtigste in Kürze
- Der Olympia-Verlag gliedert Alpin in die AMVG Alpin Medien GmbH aus, eine hundertprozentige Tochter, die Print, Digital und Vermarktung übernimmt.
- Die Redaktion soll künftig auch für Medienhäuser, Unternehmen und Reiseziele arbeiten, etwa mit Kundenmagazinen und Tourenführern.
- Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wird Ingo Schiller, CEO der kicker ventures GmbH.
Inhalt
Der Olympia-Verlag stellt seine Bergsportmarke Alpin in eine eigene Gesellschaft, die AMVG Alpin Medien GmbH. Wie kress berichtet, übernimmt die hundertprozentige Tochter nach Verlagsangaben ab sofort Print, Digital und Vermarktung der Marke. Der eigentliche Kurswechsel steckt im Zusatz: Die Redaktion soll künftig auch für Partner schreiben.
Wer bekommt die Alpin-Redaktion als Dienstleister?#
Laut kress richtet sich das Angebot an Medienhäuser, Unternehmen und Reiseziele. Im Katalog stehen Kundenmagazine und Tourenführer ebenso wie Ratgeber, Fachbeiträge, ganze Magazinstrecken und digitale Themenwelten; wie groß ein Auftrag wird, legt der Verlag jeweils mit dem Kunden fest. Die Leitung der Redaktion bleibt bei Andreas Erkens für Print und Holger Rupprecht für Digital.
Was bringt die Marke mit?#
Alpin wurde 1963 gegründet, die Printausgabe erscheint elfmal im Jahr. Online zählte die IVW für alpin.de im August 2026 nach Angaben von kress 2,3 Millionen Visits, die Page Impressions lagen bei mehr als vier Millionen. In sozialen Netzwerken folgen der Redaktion nach Verlagsangaben über 200.000 Menschen. Geschäftsführer der neuen GmbH wird Ingo Schiller, der als CEO der kicker ventures GmbH bereits das Beteiligungsgeschäft des Verlags mitverantwortet. Der Olympia-Verlag, Heimat des Kicker, gehört zum Verlag Nürnberger Presse.
Steht Alpin damit allein?#
Der Schritt passt in eine Woche, in der Verlage ihre Erlöse neu sortieren: Burda trennt Medien und Beteiligungen rechtlich (mehr dazu), Funke kauft für home360 ein Portal zu, das Bauwillige an Anbieter vermittelt (unser Bericht). Alpin geht einen kleineren, aber direkteren Weg und verkauft das, was eine Fachredaktion am besten kann, nämlich Inhalte für eine klar umrissene Zielgruppe.
Für Tourismusregionen und Outdoor-Marken ist das ein Angebot mit eingebauter Glaubwürdigkeit, und genau darin liegt die heikle Stelle. Wer bei Alpin ein Kundenmagazin oder einen Tourenführer bestellt, sollte vor der Buchung klären, wie die Auftragsarbeit gekennzeichnet wird und ob sie von der unabhängigen Tourenberichterstattung derselben Redaktion klar getrennt bleibt.



