News aus Marketing, Media und Agenturen
Newsletter

FUNKE geht als erster deutscher Verlag zu SPUR: Wer KI mit Journalismus füttert, soll zahlen

FUNKE ist der internationalen Verlagsallianz SPUR beigetreten. Sie will Erlaubnis und Vergütung für KI-Nutzung und misst mit einem Telemetrie-Standard, wer Inhalte nutzt.

Symbolbild: Messingwaage mit einem Stapel unbedruckten Papiers auf der einen und Münzen auf der anderen Seite
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • FUNKE ist am 13. Oktober der Koalition „Standards for Publisher Usage Rights“ (SPUR) beigetreten, als erstes deutsches Verlagshaus.
  • SPUR vereint nach FUNKE-Angaben mehr als 80 Medienunternehmen und -organisationen aus über 20 Ländern.
  • Die Allianz hat die erste Version eines offenen Telemetrie-Standards veröffentlicht, der dokumentieren soll, wann und wie KI-Systeme Verlagsinhalte nutzen.

FUNKE ist der internationalen Koalition „Standards for Publisher Usage Rights“ (SPUR) beigetreten, als erstes deutsches Verlagshaus. Das hat die Mediengruppe am 13. Oktober mitgeteilt. Die Allianz verlangt, dass KI-Firmen vorher fragen und für journalistische Inhalte bezahlen: Erlaubnis der Häuser plus Vergütung. Neu ist weniger die Forderung als der Weg dorthin: ein gemeinsamer technischer Standard statt Einzelverhandlungen.

Zu SPUR gehören nach FUNKE-Angaben mehr als 80 Medienunternehmen und -organisationen aus über 20 Ländern. Die Koalition hat die erste Version eines offenen Telemetrie-Standards veröffentlicht. Er soll dokumentieren, wann und wie KI-Systeme Inhalte von Verlagen verwenden. Genau daran fehlt es bisher, sagt Paul Elvers, Chief AI Officer bei FUNKE: Für Medienhäuser sei oft nicht nachvollziehbar, „wer ihre Inhalte wie und in welchem Umfang nutzt“. Verlegerin Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der Gruppe, begründet den Schritt mit Gewicht: Kein Verlag könne die Regeln für KI allein prägen.

Der Druck ist messbar. Im KI-Reifegrad-Report von BDZV und Retresco meldeten 38 Prozent der befragten Medienhäuser deutliche Reichweitenrückgänge, die Autoren verbinden das mit KI-Antworten in der Suche. Reichweite, die in eine KI-Antwort wandert, fehlt als Werbeinventar.

Nutzungsdaten werden zur Verhandlungsmasse#

Für Vermarkter ist der Standard interessanter als die Mitgliedschaft. Wer belegen kann, wie oft ein KI-System eigene Texte verarbeitet, hat eine Rechnungsgrundlage, ob für Lizenzen oder für Gespräche mit Werbekunden über Sichtbarkeit in KI-Antworten. Die Regeln für den Rechtevorbehalt gegenüber KI entstehen laut FUNKE gerade erst, das Haus will sie mitgestalten, statt sie später zu übernehmen. Gegen KI selbst ist FUNKE nicht: Stephan Thurm, Konzerngeschäftsführer der Digitalsparte, verweist darauf, dass das Haus KI in fast allen seinen Medien produktiv einsetzt. Seine Linie für die Gegenseite ist knapp: „Wer professionell erstellte journalistische Inhalte nutzt, soll dafür bezahlen.“ Ob die KI-Anbieter ihre Nutzung nach diesem Standard melden, entscheidet, ob der Satz eine Rechnung wird oder ein Appell bleibt.

Mehr zum Thema