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BVDA ohne Lenders: Drei Vorsitzende, und der Prospekt trägt schon 55 Prozent

Der BVDA wählt eine Dreierspitze. Die Anzeigenblätter setzten 2025 netto rund 1,157 Milliarden Euro um, 55 Prozent davon mit Fremdbeilagen.

Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Prospekt Awards 2026 mit Trophäen auf der Bühne der BVDA-Tagung vor einer Leinwand mit dem Award-Logo
Die Preisträger des Deutschen Prospekt Awards 2026 auf der BVDA-Tagung in EssenFoto: BVDA / Bernd Brundert

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) wird künftig von drei gleichberechtigten Vorsitzenden geführt: Anja Kalski, Dennis Prien und Haldun Tuncay.
  • Alexander Lenders trat nach 13 Jahren an der Verbandsspitze nicht mehr an und ist jetzt Ehrenpräsident.
  • 2025 lag der Nettowerbeumsatz der Branche bei rund 1,157 Milliarden Euro, etwa ein Prozent unter dem Vorjahr; Fremdbeilagen kamen auf einen Rekordanteil von 55 Prozent.

Der Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) hat keinen Chef mehr, sondern drei: Anja Kalski vom Anzeiger Verlag in Osterholz-Scharmbeck, Dennis Prien von FUNKE Publishing und Haldun Tuncay vom Verlag Parzeller in Fulda führen den Verband gleichberechtigt. Gewählt wurden sie am 27.10.2026 auf der Mitgliederversammlung in Essen. Alexander Lenders, 13 Jahre an der Spitze, war nicht mehr angetreten und ist jetzt Ehrenpräsident.

Zum geschäftsführenden Vorstand gehören außerdem Andreas Müller von Mediahuis Aachen als Schatzmeister und Herbert Bergmaier vom Münchner Wochenanzeiger als Schriftführer. Eine Person an der Spitze, die für alle Verlage spricht, gibt es damit nicht mehr; die drei Vorsitzenden kommen aus einem großen Medienhaus und aus regionalen Verlagen.

Ohne den Handelsprospekt ginge die Rechnung nicht auf#

Die Zahlen, die Lenders zum Abschied vortrug, zeigen, worauf das Geschäft inzwischen ruht. Rund 42 Millionen Exemplare gehen jede Woche in die Briefkästen, die Reichweite liegt bei 65,1 Prozent. Der Nettowerbeumsatz betrug 2025 rund 1,157 Milliarden Euro und damit etwa ein Prozent weniger als im Vorjahr. Den höchsten Anteil, den es je gab, erreichten die Fremdbeilagen: 55 Prozent des Umsatzes.

Mehr als die Hälfte des Geldes kommt also nicht aus eigenen Anzeigen, sondern aus den Prospekten des Handels, die das Blatt nur mitträgt. Lenders selbst sieht das gelassen. Im Interview mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow bei MEEDIA beschreibt er die Branche so: „Wir haben eher ein Kosten- als ein Einnahmeproblem.“ Am teuersten sei mit weitem Abstand die Zustellung, die durch Mindestlohn und Arbeitgeberkosten steigt.

Wie wichtig der Prospekt für die Verlage ist, zeigte der Abend: Am selben Tag vergab der Verband den Deutschen Prospekt Award, um den sich 130 Unternehmen beworben hatten.

Kategorie Gold Silber
Regional Hieber’s Frische Center Engelhorn
Klassik Food Denns BioMarkt ALDI Nord
Klassik Non-Food EURONICS Kölle Zoo

„Prospekte bleiben für die allermeisten Händler das beste Abverkaufsmedium“, sagt Lenders bei MEEDIA. Die digitalen Prospekt-Anbieter rüsten trotzdem auf, wie Bonials Kauf von Tjek zeigt. Die Zahl, an der sich die neue Dreierspitze messen lassen muss, ist der Nettoumsatz 2026: Sinkt er weiter, während der Beilagenanteil über 55 Prozent steigt, hängen die Wochenzeitungen noch stärker an wenigen Handelsketten.

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