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Bonial kauft Tjek: Das kaufDA-Modell zieht nach Skandinavien

Die Axel-Springer-Tochter übernimmt die Mehrheit am Kopenhagener Prospekt-Anbieter Tjek und ist damit in sechs statt zwei Ländern aktiv.

Hand hält ein Smartphone mit der dänischen Prospekt-App eTilbudsavis, auf dem Bildschirm Angebotsprospekte von Baumärkten und Möbelhändlern
Die dänische Prospekt-App eTilbudsavis gehört zu TjekBonial International GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Bonial übernimmt die Mehrheit an Tjek aus Kopenhagen und ist damit neben Deutschland und Frankreich auch in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland aktiv.
  • Tjek erreicht mit Prospekt-Apps wie eTilbudsavis 2,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer im Monat, Bonial in Deutschland und Frankreich 14 Millionen.
  • Tjek-Mitgründer Morten Bo bleibt CEO, Jack Tolboe COO, beide behalten Anteile; einen Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht.

Bonial, Betreiber von kaufDA und MeinProspekt, übernimmt die Mehrheit an Tjek aus Kopenhagen. Das teilte die Axel-Springer-Tochter am 12.10.2026 mit. Mit dem Kauf wächst Bonial von zwei auf sechs Märkte: Zu Deutschland und Frankreich kommen Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland.

Tjek wurde 2009 gegründet und betreibt die Angebotsplattformen eTilbudsavis in Dänemark, eTilbudsavis und Mattilbud in Norwegen, eReklamblad in Schweden und eTarjouslehdet in Finnland. Das Prinzip kennt jeder kaufDA-Nutzer: Die Apps sammeln digitale Prospekte und Angebote von Händlern, Marken können dort zusätzlich Kampagnen buchen. Mitgründer Morten Bo bleibt CEO, Jack Tolboe COO, beide behalten Anteile. Einen Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht.

Für Axel Springer ist der Kauf Teil des Commerce-Geschäfts. Mark Dekan, im Konzern Vorstand für Commerce, setzt auf Zukäufe, „die neue Wachstumspotenziale erschließen“. Bei Bonial selbst ist die Führung neu: Florian Reinartz und Karsten Lehmann sind seit September gemeinsam CEOs, nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen für 1.500 Einzelhändler.

Der Prospekt ist damit endgültig ein Werbeprodukt mit europäischer Reichweite und nicht mehr nur Briefkastenpapier. Händler, die in Deutschland und Skandinavien Filialen betreiben, bekommen für die digitale Angebotswerbung einen Ansprechpartner statt mehrerer lokaler Plattformen. Für Retail-Media-Netzwerke der Händler selbst wächst damit ein Wettbewerber, der Reichweite über viele Händler hinweg bündelt. Ob das Modell trägt, zeigt sich an einer Zahl: Kommen die nordischen Apps im Bonial-Verbund deutlich über die 2,5 Millionen monatlichen Nutzer hinaus, lohnt sich der Hub auch für Marken, die bisher nur in einzelnen Ländern Prospektwerbung buchen.

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