Reichweite mit Aufmerksamkeitsfilter: AudienceProject misst jetzt auch, wer hinsah

Das Wichtigste in Kürze
- AudienceProject und xpln.ai haben am 27.10.2026 eine Partnerschaft angekündigt: Die deduplizierte Cross-Media-Reichweite wird um Attention-Raten ergänzt.
- Die neue Kennzahl Deduplicated Attentive Reach soll zeigen, wie viele der erreichten Personen sich der Werbung tatsächlich zugewandt haben.
- Angeboten wird die Messung über eigene Studien in neun europäischen Märkten, darunter Deutschland; Kanada und Mexiko sollen folgen.
Was kostet es, 1.000 Menschen zu erreichen, die eine Anzeige auch wirklich wahrgenommen haben? Diese Frage sollen Werbetreibende künftig in ihren Cross-Media-Studien beantwortet bekommen. Der Messdienstleister AudienceProject hat sich dafür mit der Attention-Plattform xpln.ai zusammengetan, wie beide am 27.10.2026 in einer Pressemitteilung ankündigten. Deutschland ist einer von neun Startmärkten.
Beide verbinden ihre Daten zu einer Kennzahl, die sie Deduplicated Attentive Reach nennen. Laut ADZINE sollen Werbetreibende damit auch sehen, was einzelne Kanäle zur aufmerksamen Reichweite beitragen und wie hoch die Kosten je 1.000 aufmerksam erreichte Personen ausfallen.
| Partner | liefert |
|---|---|
| AudienceProject | Reichweite und Kontaktfrequenz über alle Kanäle, ohne Doppelzählung |
| xpln.ai | Attention-Raten, also Werte dafür, wie viele Kontakte Aufmerksamkeit bekamen |
Gemessen wird nicht jeder Blick#
Die Aufmerksamkeit wird nicht bei jeder einzelnen gemessenen Person beobachtet, sondern geschätzt. xpln.ai arbeitet nach eigenen Angaben mit Eye-Tracking in großem Umfang, Kontextsignalen und Vorhersagemodellen. Für Planer ist das ein Unterschied: Die Reichweite bleibt eine Messung, der Attention-Anteil ist ein Modellwert, der auf sie aufgesetzt wird. Wie genau das Modell rechnet, verraten die Pressemitteilung und der ADZINE-Bericht nicht.
AudienceProject hat laut ADZINE 2018 eine eigene Präsenz in Deutschland aufgebaut, xpln.ai läuft hierzulande unter anderem über Index Exchange und bei Kampagnen auf Disney+. Neben Deutschland starten Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland, Kanada und Mexiko sollen folgen. Angeboten wird die Messung zunächst über eigene Studien, nicht als Standard in jeder Kampagnenauswertung.
Entscheidend für den Nutzen wird der Preis je 1.000 aufmerksam erreichte Personen. Weichen die Werte von Kanal zu Kanal stark von den bekannten Tausenderkontaktpreisen ab, haben Mediaagenturen ein neues Argument in der Budgetverteilung zwischen CTV, Social und Open Web. Liegen sie eng beieinander, bleibt Attention eine weitere Zahl im Bericht.



