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ChatGPT-Quellen: Bei Auto und Gesundheit chancenlos, bei Software zählt die eigene Seite

Laut Ahrefs gehen 59,6 Prozent der ChatGPT-Zitationen in Deutschland an Quellen ohne Marketing-Hebel. In Software und Marketing zählt dagegen die eigene Website.

Symbolbild: hölzerner Karteikasten mit leeren Karteikarten, von denen drei herausragen, neben einem zugeklappten Laptop
Symbolbild: Wenige Quellen ragen herausKI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Ahrefs hat die 1.000 meistzitierten Seiten von ChatGPT in Deutschland ausgewertet (Snapshot vom 21.09.2026): 566 Seiten mit 59,6 Prozent der Zitationen liegen bei Behörden, Gesetzen, Wissenschaft und Prüforganisationen.
  • Die meistzitierten Domains sind adac.de, verbraucherzentrale.de und gesetze-im-internet.de; als erste über Pressearbeit erreichbare Domain folgt faz.net auf Platz 10.
  • Je Branche kippt das Bild: In Unternehmenssoftware gehen 71,4 Prozent der Zitationen an Anbieter-Websites, bei Auto und Mobilität 87,0 Prozent an unerreichbare Quellen.

Wer mit GEO-Budgets in ChatGPT sichtbar werden will, hat in vielen Fragen keine Chance. Das legt eine Auswertung des SEO-Anbieters Ahrefs nahe: Von den 1.000 Seiten, die ChatGPT in Deutschland am häufigsten als Quelle verlinkt, gehören 566 zu Behörden, Gesetzestexten, Wissenschaft und unabhängigen Prüforganisationen. Auf sie entfallen 59,6 Prozent der Zitationen. Ganz oben stehen adac.de, verbraucherzentrale.de und gesetze-im-internet.de. Grundlage ist ein Snapshot aus dem eigenen Werkzeug Brand Radar vom 21.09.2026.

Erst auf Platz 10 kommt mit faz.net eine Domain, an die Unternehmen über Pressearbeit herankommen. Nur 267 der 1.000 Seiten liegen auf Websites, die Firmen selbst steuern, mit 24,7 Prozent der Zitationen. Redaktionelle Medien bringen es auf 12,0 Prozent. MEEDIA liest daraus eine Rückkehr der PR: Wer über Dritte zitiert wird, gewinnt in der KI-Suche an Gewicht.

Die Branche entscheidet über den Hebel#

Die Gesamtzahl verdeckt, wie stark sich das Bild verschiebt. Ahrefs hat dafür 17 Themenfelder einzeln ausgewertet, je 250 Seiten.

Themenfeld Wer die Zitationen bekommt
Auto und Mobilität 87,0 % unerreichbare Quellen, mehr als die Hälfte allein der ADAC
Gesundheit 80,2 % unerreichbare Quellen
Recht und Steuern 76,5 % unerreichbare Quellen
Elektronik 67,2 % Redaktionen, vor allem Testportale
Marketing und SEO 71,8 % eigene Websites der Unternehmen
Software für Unternehmen 71,4 % Anbieter-Websites, nur 3,3 % unerreichbar

Wer GEO plant, sollte deshalb zuerst klären, wie das eigene Themenfeld verteilt ist. In Software und Marketing lohnt die Arbeit an der eigenen Website, weil ChatGPT dort Hersteller direkt zitiert. In Elektronik führt der Weg über Testredaktionen, also über Pressearbeit und Testgeräte. Bei Auto, Gesundheit und Recht bleibt der Hebel klein, egal wie viel Budget fließt. Auch Suchsichtbarkeit sagt wenig: 170 der 1.000 Seiten haben laut Ahrefs keinen geschätzten Besucher aus der organischen Suche und werden trotzdem zitiert.

Die Studie hat einen Haken, den Ahrefs selbst nennt. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme, kein Zeitraum, und wie lang das Fenster dahinter ist, bleibt undokumentiert. Dazu kommt Widerspruch aus der Branche: Kai Spriestersbach hielt nach der Veröffentlichung auf LinkedIn dagegen, die Ergebnisse stimmten „in den meisten Branchen und Nischen keinesfalls“. Die Branchenauswertung gibt ihm teilweise recht, denn in 12 der 17 Felder geht weniger als die Hälfte der Zitationen an unerreichbare Quellen.

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