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S4 Capital: Weniger Arbeit für BMW, trotzdem wächst Monks in Europa wieder

S4 Capital verliert im dritten Quartal bereinigt 7,3 Prozent Nettoumsatz. BMW hat den Auftrag verkleinert, die Region EMEA legt dennoch um 3,1 Prozent zu.

Martin Sorrell, Executive Chairman von S4 Capital, im dunkelblauen Sakko vor grauem Hintergrund
Martin Sorrell führt S4 Capital als Executive ChairmanFoto: S4 Capital

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nettoumsatz von S4 Capital sank im dritten Quartal 2026 auf 156,3 Millionen Pfund, bereinigt um 7,3 Prozent.
  • Belastet haben vorsichtige Technologiekunden und ein kleinerer Auftragsumfang bei BMW, vor allem in der Region EMEA.
  • EMEA wuchs im dritten Quartal trotzdem bereinigt um 3,1 Prozent auf 23,1 Millionen Pfund, nach neun Monaten bleibt die Region 13,3 Prozent im Minus.
  • Für 2026 erwartet S4 Capital jetzt einen Rückgang des Nettoumsatzes im hohen einstelligen Bereich, leicht schlechter als bisher angekündigt.

Die Holding von Martin Sorrell schrumpft weiter und nennt dabei auch einen deutschen Kunden als Grund. S4 Capital meldete am 28.10.2026 für das dritte Quartal einen Nettoumsatz von 156,3 Millionen Pfund, bereinigt 7,3 Prozent weniger als im dritten Quartal 2025. Neben vorsichtigen Technologiekunden belastete laut dem Trading Update ein kleinerer Auftragsumfang bei BMW, „vor allem in EMEA“.

Der Nettoumsatz ist der Umsatz ohne durchgereichte Kosten, also das, was der Agenturgruppe mit ihrer Marke Monks bleibt. Nach neun Monaten steht er bei 464,3 Millionen Pfund, bereinigt 5,6 Prozent unter dem Wert der ersten neun Monate 2025. Am stärksten verlor das Technologiegeschäft mit 17,6 Prozent im Quartal, laut S4 wegen der Konjunktur und immer längerer Verkaufszyklen. Die allgemeine Zurückhaltung der Kunden erklärt Sorrell mit Hyperscalern und anderen Tech-Konzernen, die ihr Geld lieber in KI-Rechenzentren stecken als in Marketing. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet S4 Capital jetzt mit einem Rückgang des Nettoumsatzes im hohen einstelligen Prozentbereich, leicht schlechter als bisher angekündigt. Das operative EBITDA soll bei 85 Millionen Pfund liegen; die Kostensenkungen aus dem zweiten Halbjahr 2025 wirken inzwischen auf das ganze Jahr.

Europa erholt sich, aber von niedrigem Niveau#

Auffällig ist die Region Europa, Nahost und Afrika. Trotz der BMW-Kürzung wuchs sie im dritten Quartal bereinigt um 3,1 Prozent auf 23,1 Millionen Pfund, während der amerikanische Kontinent 10,0 Prozent verlor. Nach neun Monaten bleibt EMEA allerdings 13,3 Prozent im Minus, und die Region steht nur für rund 14 Prozent des Nettoumsatzes. Langfristig will S4 Capital dort 20 Prozent erreichen. Chancen sieht der Konzern ausgerechnet in der Autobranche: In den ersten drei Quartalen 2026 habe man mehrere weitere Automarken als Kunden gewonnen, schreibt S4, ohne Namen zu nennen.

Der Vergleich mit WPP, das am 29.10.2026 berichtete, fällt deutlich aus. Dort wuchs das Deutschlandgeschäft um 2,4 Prozent und die Mediasparte kehrte ins Plus zurück, während S4 Capital als reiner Digitalanbieter beim bereinigten Nettoumsatz mit 7,3 Prozent mehr als dreimal so stark schrumpft wie der Branchenriese mit 2,1 Prozent.

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