Cannes Lions 2027 holt das Treiben an der Croisette unter die eigene Marke

Das Wichtigste in Kürze
- Cannes Lions verlässt 2027 zum ersten Mal in den 74 Jahren seines Bestehens mit Gewinner- und Shortlist-Arbeiten das Palais und zeigt sie in der ganzen Stadt.
- Der Delegiertenpass soll sich zu einem stadtweiten Festival-Pass entwickeln; Veranstaltungen außerhalb des Palais werden als Flagship oder Recommended Experiences ausgewiesen.
- Das Festival erhöht die voll finanzierten ERA-Pässe von 2 auf 3 Millionen Euro und gründet eine Global Creative Assembly mit Laureate Lions.
Cannes Lions verlässt 2027 zum ersten Mal in den 74 Jahren seines Bestehens mit den ausgezeichneten Arbeiten das Palais. Gewinner und Shortlist sollen dann auch an der Croisette, an den Stränden und in teilnehmenden Locations zu sehen sein. Das hat der Veranstalter am 29.10.2026 angekündigt, zusammen mit drei weiteren Neuerungen.
Was ändert sich für Delegierte?#
Der Delegiertenpass soll sich schrittweise zu einem Festival-Pass für die ganze Stadt entwickeln. Er öffnet 2027 neben dem Palais auch ausgewählte Bühnen und Veranstaltungen außerhalb. Das Programm, das rund um das Palais in der Stadt entstanden ist, bekommt dafür eine offizielle Kennzeichnung: „Flagship“ und „Recommended Experiences“. Das Palais bleibt nach den Worten des Veranstalters das Herz des Festivals und die Heimat der Löwen.
Wer bekommt neue Preise?#
Eine Global Creative Assembly soll jedes Jahr Menschen ehren, die mit ihrer Kreativität ganze Felder verändert haben, von Werbung über Musik und Sport bis zur Creator Economy. Die ersten Laureates erhalten 2027 bei jeder Preisverleihung einen Laureate Lion; die Namen will das Festival in den kommenden Monaten nennen.
Wer kommt leichter nach Cannes?#
Das Budget für voll finanzierte ERA-Pässe (Equity, Representation and Accessibility) steigt von 2 auf 3 Millionen Euro, ein Plus von 50 Prozent im vierten Jahr des Programms. Es richtet sich an Gruppen, die beim Festival bisher unterrepräsentiert sind.
Interessant ist vor allem der Pass. Bisher lebte das Geschäft an der Croisette von zwei Welten: dem Ticket fürs Palais und dem Programm, das Unternehmen drumherum selbst organisieren. Wer künftig als „Flagship“ gilt, dürfte der Veranstalter festlegen, und damit auch, welche Strandbühne Delegierte über den offiziellen Weg finden. Für deutsche Vermarkter und Agenturen, die in Cannes eigene Events planen, heißt das: früh beim Festival nachfragen, unter welchen Bedingungen ihre Bühne die neue Kennzeichnung bekommt, bevor die Budgets für Juni 2027 stehen.



