Google gibt zu: Werbung im AI Mode bringt weniger als die klassische Suche

Das Wichtigste in Kürze
- Alphabet setzte im dritten Quartal 2026 mit Google Search & other 63,35 Milliarden Dollar um, 12 Prozent mehr als vor einem Jahr.
- Google-Manager Philipp Schindler sagte im Analystengespräch, das starke Wachstum der Anfragen im AI Mode habe wegen der geringeren Monetarisierung dort gebremst.
- Anzeigen im AI Mode starten jetzt in zehn weiteren Ländern; Deutschland nennt Google nicht, im vierten Quartal sollen unter anderem Brasilien, Mexiko und Großbritannien folgen.
„Das starke Wachstum der Anfragen im AI Mode hat sich ausgewirkt, weil wir dort eine geringere Monetarisierung gesehen haben.“ Mit diesem Satz hat Philipp Schindler, Chief Business Officer von Google, im Analystengespräch zum dritten Quartal ausgesprochen, was Werbungtreibende lange vermutet hatten. Eine Anfrage im AI Mode bringt Google derzeit weniger Werbeumsatz als eine klassische Suche. Zitiert hat ihn Search Engine Roundtable.
Die Zahlen dazu stehen im Quartalsbericht, den Alphabet am 28.10.2026 vorgelegt hat. Google Search & other kam auf 63,35 Milliarden Dollar, ein Plus von 12 Prozent. YouTube-Werbung wuchs von 10,26 auf 11,21 Milliarden Dollar, das Werbenetzwerk für fremde Seiten trat mit 7,46 Milliarden Dollar fast auf der Stelle. Konzernweit stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar, getragen von der Cloud, die sich auf 30,7 Milliarden Dollar verdoppelte. Die Anleger störte das Suchgeschäft trotzdem: Die Aktie verlor nach den Zahlen rund neun Prozent, berichtet MEEDIA.
Schindler nannte weitere Gründe für das langsamere Tempo gegenüber dem zweiten Quartal: Wechselkurse als größten Faktor, dazu Händler aus Asien, die das Ende der EU-Zollfreigrenze für Kleinsendungen traf, und Medienbudgets, die wegen der Fußball-WM schon im Juni ausgegeben waren. Konzernchef Sundar Pichai hält dagegen: Das Plus bei den Suchanfragen sei das höchste seit fünf Jahren.
Mehr Anfragen, weniger Erlös pro Anfrage#
Genau darin liegt die Spannung für Werbungtreibende. Google bekommt mehr Fragen, verdient an jeder einzelnen im AI Mode aber weniger. Der Konzern antwortet mit mehr Fläche: Anzeigen im AI Mode laufen laut Google jetzt in Australien, Indien, Kanada, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, auf den Philippinen und in Singapur. Im vierten Quartal sollen unter anderem Brasilien, Mexiko und Großbritannien folgen. In den USA kommen Anzeigen in Folgefragen hinzu. Deutschland steht in keiner der Listen.
Für deutsche Suchkampagnen ist das vorerst eine gute Nachricht mit Verfallsdatum. Solange der AI Mode hier keine Anzeigen zeigt, verschiebt jede Anfrage, die dorthin wandert, Aufmerksamkeit weg von gekauften Plätzen. Wer dort sichtbar sein will, muss als Quelle taugen, nicht als Bieter; wie unterschiedlich das je Branche ausfällt, zeigt die Auswertung der ChatGPT-Quellen. Ob Google den deutschen Markt im nächsten Schub nennt, zeigt spätestens die Liste, die es für das vierte Quartal angekündigt hat.



