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Amazon Ads wächst nur noch 12 Prozent, Amazon schiebt es auf den Prime Day

Amazons Werbegeschäft setzte im dritten Quartal 19,64 Milliarden Dollar um, 12 Prozent mehr ohne Währungseffekte. Für das vierte Quartal verspricht Amazon mehr.

Lagerhalle mit Regalen voller Kartons, im Vordergrund ein Paket auf einer Waage
Symbolbild: Paket auf der Waage im VersandlagerKI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Amazon setzte im dritten Quartal 2026 mit Werbung 19,64 Milliarden Dollar um, 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor ohne Währungseffekte.
  • In den fünf Quartalen davor lag das Wachstum zwischen 22 und 26 Prozent; Amazon nennt vor allem den Prime Day, der 2026 in den meisten großen Ländern ins zweite Quartal fiel.
  • Für das vierte Quartal erwartet Amazon beim Werbeumsatz ein Wachstum im hohen Zehnerbereich.
  • Die neuen Full-Funnel-Kampagnen im Amazon Ads Agent starten für alle Werbungtreibenden in den USA.

Amazons Werbegeschäft hat im dritten Quartal 2026 deutlich an Tempo verloren. 19,64 Milliarden Dollar setzte der Konzern mit Werbung um, ohne Währungseffekte 12 Prozent mehr als vor einem Jahr. So steht es im Quartalsbericht vom 29.10.2026. Amazon spricht von einer Verzerrung durch den Kalender und hält am Wachstumskurs fest.

Quartal Werbeumsatz Wachstum ohne Währungseffekte
Q3 2025 17,70 Mrd. Dollar 22 %
Q4 2025 21,32 Mrd. Dollar 22 %
Q1 2026 17,24 Mrd. Dollar 22 %
Q2 2026 19,81 Mrd. Dollar 26 %
Q3 2026 19,64 Mrd. Dollar 12 %

Die Erklärung liefert Amazon gleich mit: Der Prime Day fand 2026 in den meisten großen Ländern im zweiten Quartal statt, 2025 lag er komplett im dritten. Dazu kämen „ein paar andere Timing-Faktoren“, die der Konzern nicht näher beschreibt. Ein Teil des Werbegelds, das sonst im dritten Quartal geflossen wäre, steckt also schon im starken zweiten. Für das vierte Quartal stellt Amazon ein Werbewachstum im hohen Zehnerbereich in Aussicht.

Parallel baut der Konzern den Einkauf um. Der Amazon Ads Agent soll das gesamte Werbeangebot in einer KI-gestützten Oberfläche bündeln. Die neuen Full-Funnel-Kampagnen darin fassen Sponsored Ads, Display, Video und Streaming-TV in einer Kampagne zusammen; der Werbungtreibende gibt Ziele vor, Planung und Aussteuerung übernimmt die Software. Freigeschaltet ist das für alle Werbungtreibenden in den USA.

Für Marken in Deutschland, die Retail Media zunehmend über eine Plattform bündeln wie flaconi bei Criteo, ist der Quartalswert vor allem eine Planungsfrage. Wer Budgets auf Amazon nach den Quartalen von 2025 verteilt, vergleicht 2026 Äpfel mit Birnen. Die Probe kommt mit dem vierten Quartal: Landet das Plus dort nicht im angekündigten hohen Zehnerbereich, hätte der Prime Day nur einen Teil der Delle erklärt.

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