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DoorDash kauft Instacart und damit ein Werbegeschäft für Supermärkte

DoorDash zahlt rund 17 Milliarden Dollar für Instacart samt Instacart Ads. In Deutschland gehört Wolt zum Konzern, mit eigenen Werbeplätzen in der App.

Symbolbild: volle Papiertüte mit Gemüse und Brot und ein Getränkekarton auf einer Fußmatte vor einer Wohnungstür
Symbolbild: Lebensmittel an die Tür geliefertKI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • DoorDash übernimmt Instacart für 65 US-Dollar je Aktie, das entspricht einem Eigenkapitalwert von rund 17 Milliarden US-Dollar.
  • Der gemeinsame Konzern will Händlern auch die Werbe- und KI-Werkzeuge beider Unternehmen anbieten; Instacart betreibt mit Instacart Ads ein eigenes Werbegeschäft.
  • Der Abschluss ist für Ende 2027 oder das erste Halbjahr 2028 geplant. In Deutschland ist DoorDash über Wolt vertreten, dessen Werbeplätze seit Mai 2026 programmatisch buchbar sind.
Inhalt
  1. Was kauft DoorDash beim Werbegeschäft mit?
  2. Was zahlt DoorDash, und wann ist der Kauf durch?
  3. Was hat der deutsche Markt damit zu tun?

DoorDash übernimmt den Lebensmittel-Lieferdienst Instacart für rund 17 Milliarden US-Dollar. Das haben beide Unternehmen am 29.10.2026 bekanntgegeben. Mit dem Kauf geht auch Instacart Ads an DoorDash, das Werbegeschäft, über das Instacart Werbung für seine Partner im Handel betreibt.

Was kauft DoorDash beim Werbegeschäft mit?#

Laut der Mitteilung soll der gemeinsame Konzern Lebensmittelhändlern neben Liefernetz und Shop-Technik auch die Werbe- und KI-Werkzeuge beider Unternehmen anbieten. Mehr Händler könnten mit Instacarts Technik eigene Websites und Retail-Media-Netze betreiben und damit zusätzliche Werbeerlöse erzielen. Marken bekämen eine „skalierte Alternative“ (scaled alternative), um Kundschaft online zu erreichen. Instacart arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 2.200 Handelsketten zusammen, die zusammen fast 100.000 Geschäfte betreiben. Zahlen zum Werbeumsatz nennt die Mitteilung nicht.

Was zahlt DoorDash, und wann ist der Kauf durch?#

Pro Instacart-Aktie zahlt DoorDash 65 US-Dollar, 26 Prozent mehr als der Schlusskurs vom 22.10.2026, dem letzten Handelstag vor den ersten Medienberichten über den Deal. Mindestens 75 Prozent des Kaufpreises fließen in bar. Abgeschlossen sein soll die Übernahme Ende 2027 oder im ersten Halbjahr 2028, vorausgesetzt, die Instacart-Aktionäre stimmen zu, die US-Kartellfrist läuft ab und weitere Behörden, unter anderem in Kanada und Israel, geben ihr Okay. Bis dahin arbeiten beide Unternehmen getrennt weiter. Marke, App und die Technik für Händler will DoorDash danach behalten, Lebensmittelhändlern verspricht der Konzern, sie nicht exklusiv zu binden.

Was hat der deutsche Markt damit zu tun?#

In Deutschland und Österreich tritt DoorDash als Wolt auf. Der Lieferdienst aus Helsinki kam 2020 nach Deutschland und schloss sich 2022 mit DoorDash zusammen. Sein Werbegeschäft Wolt Ads verkauft Flächen in der App an Marken und Agenturen, im Mai 2025 startete dafür ein Self-Service-Werkzeug für mehr als 30 Märkte. Im Mai 2026 hat Wolt die Werbeplätze über den Technikanbieter Koddi zuerst in Deutschland programmatisch buchbar gemacht; über Koddi ist das Inventar inzwischen auch im Teads Ad Manager zu haben.

Instacart bringt eine Technik mit, die über Werbeplätze in der eigenen App hinausgeht: Supermärkte betreiben damit eigene Websites und eigene Retail-Media-Netze. Für Lebensmittelhändler, die ihr Retail-Media-Angebot bisher selbst bauen oder bei Agenturen einkaufen, wäre ein solcher Anbieter aus dem Lieferdienst-Lager neue Konkurrenz um dieselben Markenbudgets. Eine Genehmigung in der EU führt die Mitteilung nicht auf, Pläne für Europa nennt sie ebenfalls nicht. Ob Instacarts Händlertechnik über Wolt nach Deutschland kommt, wird sich frühestens nach dem Abschluss Ende 2027 zeigen.

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