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Was kostet eine Werbeagentur? Warum der Stundensatz die falsche Frage ist

Werbeagentur Kosten realistisch einschätzen: Honorarmodelle im Vergleich, Stundensätze mit Spanne, typische Projektpreise und warum der Stundensatz täuscht.

Kurz gesagt

Eine Werbeagentur rechnet meist nach Stunden, per Pauschale, Projekt oder Provision ab. In der Honorarerhebung 2024 der Fachgruppe Werbung Wien mit 580 befragten Betrieben kostet die klassische Agenturstunde für Konzeption und Beratung im Median 110 Euro netto, die mittlere Hälfte der Angaben liegt zwischen 80 und 150 Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Stundensatz ist die falsche Vergleichsgröße: Entscheidend ist, wie viele Tage eine Agentur für dieselbe Aufgabe ansetzt.
  • Ein neuer Markenauftritt braucht in der Beispielrechnung 20 bis 44 Personentage; mit Wiener Medianwerten 2024 sind das rund 19.000 bis 42.000 Euro Agenturhonorar.
  • Zum Honorar kommen oft Fremdkosten mit Aufschlag, Nutzungsrechte und je nach Vertragspartner die Künstlersozialabgabe, 2026 sind das 4,9 Prozent.
  • Das Honorar vergleichbarer Agenturen im Adwoche Agenturatlas ist von 2020 bis 2025 um 56,6 Prozent gestiegen.
Inhalt
  1. Nach welchen Modellen Agenturen abrechnen
  2. Was eine Agenturstunde kostet
  3. Was typische Agenturleistungen kosten
  4. Beispielrechnung: was ein neuer Markenauftritt kostet
  5. Was zum Honorar dazukommt
  6. Die Honorarschere seit 2020
  7. Warum der niedrigste Preis selten der günstigste ist

Die Frage nach dem Preis einer Werbeagentur hat keine einzelne Antwort, aber eine gut belegbare Spanne. Schwierig wird es an anderer Stelle: Angebote lassen sich kaum vergleichen, wenn jede Agentur ein anderes Honorarmodell anbietet, Fremdkosten unterschiedlich aufschlägt und die Nutzungsrechte mal einrechnet und mal nicht. Wer dann nur auf den Stundensatz schaut, vergleicht ausgerechnet die Zahl, die am wenigsten über die Rechnung sagt.

Nach welchen Modellen Agenturen abrechnen#

Agenturleistungen lassen sich schwerer bepreisen als Ware, weil eine Idee kein Stückgut ist. Der Agenturverband GWA unterscheidet fünf Honorarmodelle, die sich in der Praxis durchgesetzt haben. Welches passt, hängt vor allem davon ab, ob du ein einzelnes Projekt vergibst oder deine Marke dauerhaft betreuen lässt.

Modell So funktioniert es Eignet sich eher für
Provision Prozentsatz des geschalteten Mediavolumens, klassisch 15 Prozent AE-Provision Etats, bei denen die Agentur auch Media einkauft
Pauschalhonorar (Flatfee) festes Jahreshonorar, jährlich auf Basis des Vorjahres neu festgelegt; Sonderaufgaben separat dauerhafte Betreuung mit gut planbarem Umfang
Projekthonorar Basishonorar für Betreuung und Koordination, Festpreise (Ratecard) für wiederkehrende Werbemittel Marken mit vielen gleichartigen Aufgaben
Scope of Work gemeinsam definierter Aufgabenumfang, daraus ein Ressourcenplan für zwölf Monate größere Etats mit mehreren Disziplinen
Erfolgsbeteiligung ein Teil des Honorars hängt am Ergebnis, teils auch am Misserfolg vertriebsnahe Leistungen mit messbarem Ziel

Die Erfolgsbeteiligung wird viel diskutiert und ist im Alltag eine Randerscheinung. Den erfolgsabhängigen Anteil am Gross Income schätzen die Chefs der Verbandsagenturen auf knapp fünf Prozent, eine Studie der Werbungtreibenden kommt auf sechs Prozent. Sinnvoll ist sie vor allem dort, wo das Ziel wirklich messbar ist. Ohne Dauerbetreuung landest du meist bei der Abrechnung nach Aufwand: Einzelaufträge außerhalb der Grundbetreuung werden im Muster-Agenturvertrag in der Regel nach Stunden berechnet, auf Basis eines vorher genehmigten Kostenvoranschlags.

Was eine Agenturstunde kostet#

Belastbare, methodisch dokumentierte Stundensätze sind selten öffentlich. Eine der wenigen Erhebungen im deutschsprachigen Raum hat das Institut IFES im Auftrag der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien durchgeführt. Befragt wurden vom 19. November bis 17. Dezember 2024 insgesamt 580 Mitgliedsbetriebe, telefonisch und online. Die Werte gelten für Wien und verstehen sich ohne Abgaben; für Deutschland sind sie eine Orientierung, kein Preisspiegel.

Rolle (Wien, 2024) Unteres Viertel Median Oberes Viertel
Konzeption, Beratung (klassische Agenturstunde) 80 € 110 € 150 €
Creative Director 90 € 120 € 150 €
Art Director 90 € 120 € 150 €
Senior-Berater, Strategie 100 € 130 € 175 €
Junior-Berater 80 € 100 € 130 €
Projektmanagement 80 € 110 € 150 €
Text 80 € 100 € 130 €
Grafikdesign 75 € 100 € 120 €

Die Größe des Anbieters macht einen Unterschied. Bei Konzeption und Beratung liegen Einzelunternehmen im Median bei 100 Euro je Stunde, Betriebe mit Angestellten bei 125 Euro; beim Creative Director sind es 110 gegenüber 120 Euro.

Für Deutschland gibt es einen Vergleichswert, der als Untergrenze taugt. Der Vergütungstarifvertrag Design, den die Allianz deutscher Designer (AGD) und der Verband Selbstständige Designstudios ausgehandelt haben, nennt in der am 1. September 2022 unterzeichneten Fassung Mindeststundensätze von 120 Euro netto für strategisches Design und 105 Euro für konzeptionelles und operatives Design. Er gilt für selbstständige Designerinnen und Designer, nicht für Agenturen. Seine Mindestsätze liegen fast auf Höhe der Wiener Mediane und deutlich über dem unteren Viertel. Ein Angebot mit weit unter 100 Euro je Stunde für Strategie und Konzeption gibt es also, als Maßstab für deine Budgetplanung taugt es nicht.

Was typische Agenturleistungen kosten#

Viele Agenturen bieten klar umrissene Leistungen als Pauschale an. Auch dafür liefert die Wiener Erhebung Preise, und die Spannen sind groß: Bei der Strategieentwicklung liegt zwischen günstigen und teuren Angeboten bis zum Faktor 8.

Leistung (Wien, 2024) Unteres Viertel Median Oberes Viertel
Kundenworkshop durchführen, je Tag 1.000 € 1.500 € 2.400 €
Strategieentwicklung auf Basis des Workshops 375 € 1.500 € 3.000 €
Corporate-Design-Grundkonzept 1.500 € 2.500 € 5.000 €
Logo-Entwicklung 525 € 1.500 € 3.000 €
Design-Manual 610 € 1.200 € 2.500 €
Geschäftsausstattung, bis zu fünf kleine Anwendungen 700 € 1.000 € 2.000 €

Für einige Leistungen gibt es nur Spannen ohne Median: Eine Website mit 20 Seiten liegt bei 3.000 bis 15.000 Euro, Social-Media-Management bei 375 bis 1.500 Euro je Monat und Kanal, eine Presseaussendung auf Basis vorhandener Unterlagen bei 400 bis 1.800 Euro. Es sind Vergleichswerte, keine verbindliche Preisempfehlung. Die große Spanne bei der Website zeigt vor allem, wie unterschiedlich „eine Website“ verstanden wird; ein Angebot ohne Seitenliste und Funktionsumfang ist deshalb keines.

Vorsicht beim Addieren der Pauschalen. Logo, Grundkonzept und Design-Manual kosten zusammen im Median 5.200 Euro. Bei 120 Euro je Stunde sind das gut 43 Stunden, also knapp fünfeinhalb Arbeitstage. Für ein kleines Unternehmen mit klarer Vorlage mag das reichen, für einen Markenauftritt mit Analyse, Positionierung und Abstimmung im Haus dürfte es ein Bruchteil des tatsächlichen Aufwands sein. Pauschalen eignen sich zum Vergleichen einzelner Bausteine, nicht zum Budgetieren eines ganzen Projekts.

Beispielrechnung: was ein neuer Markenauftritt kostet#

Realistischer wird es, wenn du nach Aufwand rechnest: Personentage je Arbeitspaket mal Tagessatz der Rolle, die es erledigt. Die Tagessätze sind die Wiener Stundensätze 2024 mal acht Stunden, die Personentage sind für ein erfundenes Beispiel angenommen. Die kleine Variante passt zu einem Unternehmen, das seinen Auftritt mit vorhandener Strategie erneuert. Die mittlere zu einem Mittelständler, der Marke und Positionierung neu aufstellt und mehrere Abteilungen einbindet.

Arbeitspaket Rolle, Tagessatz (Median) Tage klein Tage mittel Betrag mittel
Analyse: Markt, Wettbewerb, Interviews Strategie, 1.040 € 2 5 5.200 €
Workshops durchführen Workshop je Tag, 1.500 € 1 2 3.000 €
Positionierung und Markenkern Strategie, 1.040 € 2 4 4.160 €
Logo und Designkonzept, mehrere Entwurfsrichtungen Creative Director, 960 € 4 8 7.680 €
Gestaltungsraster, Typografie, Farben Art Director, 960 € 2 4 3.840 €
Kernanwendungen: Geschäftsausstattung, Präsentation, Social-Vorlagen, Website-Anmutung Grafikdesign, 800 € 3 8 6.400 €
Brand Guidelines Grafikdesign, 800 € 2 5 4.000 €
Präsentationen und Abstimmungsschleifen Creative Director, 960 € 2 4 3.840 €
Projektmanagement Projektmanagement, 880 € 2 4 3.520 €
Summe Agenturhonorar (Median) 20 44 41.640 €

Die kleine Variante kommt im Median auf 19.100 Euro. Gerechnet mit den Sätzen des unteren Viertels liegt sie bei 14.240 Euro, mit denen des oberen Viertels bei 24.800 Euro; die mittlere Variante reicht von 31.080 bis 53.880 Euro. Braucht die Marke einen neuen Namen, kommen für ein Naming mit drei Tagen Strategie und zwei Tagen Text im Median 4.720 Euro dazu, ohne die markenrechtliche Prüfung.

Der Gegentest mit den deutschen Mindestsätzen des Vergütungstarifvertrags: Mit 120 Euro je Stunde für Analyse, Workshops und Positionierung und 105 Euro für alles andere ergäbe die kleine Variante 17.400 Euro, die mittlere 38.280 Euro. Beide liegen knapp unter den Wiener Medianwerten. Die Größenordnung hält also, und wer für einen Markenauftritt im Mittelstand deutlich weniger als 20.000 Euro angeboten bekommt, sollte nachfragen, welche Arbeitspakete fehlen.

Noch nicht enthalten sind Nutzungsrechte über den vereinbarten Zweck hinaus, Fremdkosten wie Fotografie, Schriftlizenzen oder Druck, die Umsetzung der Website und gegebenenfalls die Künstlersozialabgabe. So nutzt du die Rechnung für ein eigenes Angebot:

Die Lehre aus der Rechnung: Der Stundensatz erklärt nur einen kleinen Teil der Differenz zwischen zwei Angeboten. Zwischen kleiner und mittlerer Variante liegt mehr als das Doppelte, bei denselben Sätzen. Wer Angebote vergleicht, legt deshalb zuerst die Tage nebeneinander und erst dann die Sätze.

Was zum Honorar dazukommt#

Der Stundensatz ist nur ein Teil der Rechnung. In den Tages- und Stundensätzen der Agenturen steckt meist eine Mischkalkulation: E-Mails, Telefonate und interne Abstimmungen werden nicht einzeln berechnet. Anderes kommt obendrauf. Wo, zeigt der Muster-Agenturvertrag, den der GWA mit der Kanzlei Kolonko Rechtsanwälte erarbeitet hat (Stand 2019):

  • Fremdkosten: Druck, Produktion oder Fotografie reicht die Agentur weiter, im Muster mit 15 Prozent Aufschlag auf den Netto-Betrag.
  • Kostenvoranschläge: Eine Abweichung von plus oder minus 10 Prozent gilt im Muster als von der Freigabe gedeckt.
  • Reisen: Reisekosten werden erstattet, im Muster etwa 0,30 Euro je Kilometer mit dem Pkw, Reisezeit nach Stunden- oder Tagessatz.
  • Abgaben: GEMA-Gebühren und Künstlersozialabgaben stellt die Agentur laut Muster netto in Rechnung.

Unterschätze die Nutzungsrechte nicht. Ihre Höhe wird meist individuell verhandelt; häufig multiplizieren Agenturen dafür den Stundensatz mit einem Faktor, der sich nach dem Umfang der Nutzung richtet, teils dient auch das Mediavolumen als Maßstab. Räumlich und zeitlich beschränkte Rechte, etwa für eine Region oder drei Jahre, sind günstiger als eine unbeschränkte Nutzung. Kläre deshalb vorher, wo und wie lange du ein Motiv wirklich brauchst. Bei einem Logo ist das anders: Es soll jahrelang überall laufen, also gehört eine umfassende Nutzung von Anfang an ins Angebot.

Die Künstlersozialabgabe betrifft dich, wenn du kreative Leistungen bei selbstständigen Künstlern oder Publizisten einkaufst, etwa bei einer freien Designerin oder einem Texter mit Einzelunternehmen. Nach den Informationen der Künstlersozialkasse beträgt der Abgabesatz 2026 4,9 Prozent der gezahlten Entgelte, nach 5,0 Prozent in den Jahren 2023 bis 2025. Zahlungen an eine GmbH, AG, OHG oder KG, die im eigenen Namen handelt, gehören nicht zur Bemessungsgrundlage. Das ist eine Einordnung, keine Rechts- oder Steuerberatung; ob und in welcher Höhe die Abgabe in deinem Fall anfällt, klärt die Künstlersozialkasse oder deine Steuerberatung.

Die Honorarschere seit 2020#

Preise für Agenturleistungen sind gestiegen, aber nicht überall gleich. Bei den Agenturen im Agenturatlas, die in Branchenrankings Umsätze melden, ist das Honorar von 2020 bis 2025 um 56,6 Prozent gestiegen, im Schnitt um 9,4 Prozent pro Jahr; 2025 stagnierte es mit minus 0,3 Prozent zum Vorjahr. Grundlage sind je Jahresvergleich 75 bis 81 Agenturen.

Am anderen Ende des Marktes sieht es anders aus. Der Wiener Median für die klassische Agenturstunde lag 2018 bei 85 Euro und 2024 bei 110 Euro; angesichts der allgemeinen Teuerung liegt er damit unter den Werten von 2007 und 2018. Große, rankingfähige Agenturen haben ihre Honorare seit 2020 also kräftig angehoben, die Wiener Stundensätze haben mit der Teuerung nicht Schritt gehalten. Die Preisfrage ist damit auch eine Größenfrage. Wer eine große Agentur beauftragt, sollte mit Honoraren rechnen, die sich seit 2020 deutlich verteuert haben; bei kleineren Anbietern dürfte der Spielraum nach unten gering sein, weil ihre Sätze real eher gesunken sind. Wie sich Honorare und Teams je Agenturtyp entwickeln, zeigt der Marktbericht des Agenturatlas.

Warum der niedrigste Preis selten der günstigste ist#

Ein knappes Honorar spart kurzfristig und kostet oft Qualität. Eine Auswertung des Bewertungsdienstleisters Aprais verglich Kunden, die ihre Agenturen aus Agentursicht besonders fair vergüten, mit denen, die das am wenigsten tun. Die fair zahlenden Kunden bewerteten die Personalaufstellung ihrer Agenturen um 21 Prozent besser und deren Leistungen um 17 bis 26 Prozent, etwa in der Kreation um 26 Prozent. Der Mechanismus ist einfach: Reicht das Honorar nicht, setzen Agenturen weniger oder weniger erfahrene Leute ein.

Das Einsparpotenzial liegt laut derselben Auswertung eher im Briefing-Prozess und in der Zahl der Beteiligten auf Kundenseite als in niedrigeren Stundensätzen. In der Beispielrechnung oben steckt das in den Abstimmungsschleifen: Jede zusätzliche Runde, die eine weitere Abteilung auslöst, kann leicht einen Tag Creative Director kosten. Ein klares Briefing mit genanntem Budget und benannten Entscheidern ist deshalb die wirksamste Sparmaßnahme.

Wie du aus dem Budget ein Auswahlverfahren machst, steht im Ratgeber Agentur finden; wie du Angebote und Konditionen in der Auswahl gewichtest, im Ratgeber Agenturauswahl. Was ein Wettbewerb um deinen Etat kostet, erklärt der Ratgeber zum Agenturpitch. Wer eine Agentur in der Nähe sucht, filtert im Atlas nach Stadt, etwa Werbeagenturen in München. Was laufende SEO-Betreuung kostet, rechnet der Ratgeber SEO-Agentur: Kosten mit Beispielen durch.

Häufige Fragen

Was kostet eine Werbeagentur pro Stunde?

In der Honorarerhebung 2024 der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien liegt die Stunde für Konzeption und Beratung im Median bei 110 Euro netto. Ein Viertel der Betriebe verlangt 80 Euro oder weniger, ein Viertel 150 Euro oder mehr. Einzelunternehmen liegen im Median bei 100 Euro, Betriebe mit Angestellten bei 125 Euro.

Wie hoch ist der Tagessatz einer Agentur?

Einen einheitlichen Tagessatz gibt es nicht. Rechnet man die Wiener Stundensätze 2024 mit acht Stunden, kostet ein Tag Grafikdesign im Median 800 Euro, ein Tag Creative Director 960 Euro und ein Tag Strategie 1.040 Euro. Für die Durchführung eines Kundenworkshops je Tag nennt die Erhebung einen Median von 1.500 Euro.

Was kostet ein neuer Markenauftritt bei einer Agentur?

Das hängt vor allem vom Aufwand ab. Eine Beispielrechnung mit den Wiener Stundensätzen 2024 kommt für eine kleine Variante mit 20 Personentagen auf rund 19.000 Euro und für eine mittlere mit 44 Personentagen auf rund 42.000 Euro Agenturhonorar, jeweils im Median. Nutzungsrechte, Fremdkosten und ein Naming sind darin nicht enthalten.

Was ist die AE-Provision?

Bei der Provision erhält die Agentur einen Prozentsatz des geschalteten Mediavolumens als Honorar. Üblich war die 15-Prozent-AE-Provision, die vor allem aus der Zeit stammt, als Full-Service-Agenturen Kreation und Mediaeinkauf aus einer Hand angeboten haben.

Muss ich auf Agenturleistungen Künstlersozialabgabe zahlen?

Das hängt vom Vertragspartner ab. Nach den Informationen der Künstlersozialkasse ist die Abgabe auf Entgelte an selbstständige Künstler und Publizisten fällig, nicht auf Zahlungen an eine GmbH, AG, OHG oder KG, die im eigenen Namen handelt. Der Satz beträgt 2026 4,9 Prozent. Das ist eine Einordnung, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Warum unterscheiden sich Agenturangebote so stark?

Weil Umfang, Erfahrung und Betriebsgröße stark variieren. In der Wiener Honorarerhebung 2024 liegt bei der Strategieentwicklung zwischen günstigen und teuren Angeboten bis zum Faktor 8. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Agenturen dasselbe Briefing, denselben Leistungsumfang und dieselben Nutzungsrechte kalkulieren.

Ist eine günstige Agentur am Ende billiger?

Nicht unbedingt. Eine Auswertung des Bewertungsdienstleisters Aprais kam 2020 zu dem Ergebnis, dass Kunden, die besonders fair vergüten, die Leistungen ihrer Agenturen um 17 bis 26 Prozent besser bewerten als Kunden mit besonders knapper Vergütung. Agenturen reagieren auf niedrige Honorare mit weniger Personal für den Etat.

Quellen und Datenstand (13)

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Er wird mindestens einmal im Jahr geprüft; Fehler meldest du an redaktion@adwoche.de. So arbeitet die Redaktion.

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