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SEO-Agentur: Kosten und woran du ein gutes Angebot erkennst

SEO Kosten realistisch einschätzen: Retainer, Audit und Stundensätze im Vergleich, mit Beispielrechnung, Checkliste für Angebote und den Warnzeichen unseriöser Anbieter.

Kurz gesagt

Laufende SEO-Betreuung durch eine Agentur kostet nach Angaben des Tool-Anbieters Ahrefs meist 1.500 bis 5.000 Euro im Monat; belegt ist das nur als Einschätzung. Verlässlicher rechnest du nach Aufwand: Eine Beispielrechnung mit den Wiener Honorarsätzen 2024 kommt auf 940 bis 2.540 Euro monatlich. Garantierte Platzierungen sind nach Google ein Grund, den Anbieter zu wechseln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verlässliche, methodisch dokumentierte SEO-Preise sind selten: Die meisten Preisspannen im Netz sind Einschätzungen von Anbietern ohne Erhebung dahinter.
  • Rechne nach Stunden und Seiten, nicht nach Paketnamen: Die Beispielrechnung mit 18 Beratungsstunden und vier Texten im Monat liegt bei rund 2.500 Euro, die kleine Variante bei rund 940 Euro.
  • Rankings lassen sich nicht kaufen: Wer Platz eins garantiert, verspricht nach Google etwas, das niemand garantieren kann.
  • Fehlt Content im Angebot, fehlt oft der Teil, der Rankings trägt: Nur 41 von 90 SEO-Agenturen im Adwoche Agenturatlas nennen Content als Leistung.
Inhalt
  1. Was SEO pro Monat kostet und warum die Spanne so groß ist
  2. Retainer, Projekt oder Stunden: welches Modell zu welcher Aufgabe passt
  3. Beispielrechnung: was ein Retainer kosten kann
  4. Was im Angebot stehen muss
  5. Warnzeichen: wann du ablehnen solltest
  6. Was SEO-Agenturen oft nicht mitbringen
  7. Agentur, Freelancer oder eigene Stelle
  8. Häufige Fehler vor dem Vertrag

Preise für SEO stehen auf unzähligen Seiten im Netz, und fast alle stammen von Anbietern, die SEO verkaufen. Eine Erhebung dahinter gibt es selten. Belegen lässt sich davon wenig, und die Beispielrechnung weiter unten ersetzt keine Erhebung, sie hilft dir aber, ein Angebot selbst nachzurechnen. Meist scheitert der Preisvergleich daran, dass Angebote mit demselben Namen („SEO-Paket“) ganz Unterschiedliches enthalten.

Was SEO pro Monat kostet und warum die Spanne so groß ist#

Der Tool-Anbieter Ahrefs ordnet SEO in Deutschland, Österreich und der Schweiz so ein: Agenturen verlangen für laufende Betreuung meist 1.500 bis 5.000 Euro im Monat, Freelancer 800 bis 2.000 Euro, Berater 2.000 bis 6.000 Euro. Der Anbieter nennt das ausdrücklich seine Einschätzung; eine Erhebung steht nicht dahinter, und ein Hersteller von SEO-Werkzeugen dürfte ein Interesse daran haben, dass SEO als Dauerthema gilt. Als grober Anhaltspunkt taugt die Spanne trotzdem; die Rechnung weiter unten prüft sie gegen belegte Stundensätze.

Etwas belastbarer ist die Honorarstudie 2024 der Fachgruppe Werbung Wien, für die das Institut IFES 580 Betriebe befragt hat. Sie ist ausdrücklich keine Preisliste, nennt aber Quartile. Für SEO sind es diese Werte, jeweils netto und ohne Abgaben:

Leistung (Wien, 2024) Unteres Viertel Median Oberes Viertel
SEO, Erstoptimierung (einmalig) 270 € 650 € 1.700 €
SEO-Text pro Seite 120 € 140 € 225 €
Konzeption und Beratung, je Stunde 80 € 110 € 150 €

Die Erstoptimierung für 650 Euro entspricht beim Median-Stundensatz knapp sechs Stunden Arbeit. Das dürfte für ein Gerüst reichen, aber kaum für einen vollständigen Crawl, eine Keyword-Recherche und einen priorisierten Maßnahmenplan. Ein Audit, das mehr verspricht, muss entweder mehr kosten oder weniger tun, als es vorgibt. Die Wiener Werte gelten für Wien; für Deutschland sind sie eine Orientierung. Laufende Betreuung deckt die Studie nicht ab, dafür brauchst du die Rechnung unten.

Den Stundensatz allein solltest du dabei nicht überbewerten. Wie ein Satz im Gesamtangebot wirkt, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Werbeagentur?, der Stundensätze und Honorarmodelle für Agenturen allgemein einordnet.

Retainer, Projekt oder Stunden: welches Modell zu welcher Aufgabe passt#

Für SEO gelten dieselben Honorarmodelle wie für jede Agenturleistung. Im SEO-Alltag sind drei üblich, und sie passen zu verschiedenen Fragen.

Modell Passt, wenn … Woran es meist scheitert
Projektpreis (Audit, Relaunch-Begleitung) du erst wissen willst, wo die Website steht Der Umfang ist nicht festgelegt, also vergleichen sich Preise nicht
Monatlicher Retainer die Arbeit dauerhaft anfällt: Content, Technik, Reporting Die Stunden stehen nicht im Vertrag, und niemand prüft sie
Stundensatz du punktuell Beratung brauchst Ohne Kostendach läuft die Rechnung weg

Beginne mit einem Audit als Projekt zum Festpreis und entscheide dann über einen Retainer. So weißt du, was die Agentur gefunden hat, bevor du dich an sie bindest. Verlange beim Retainer eine monatliche Stundenzahl im Vertrag und einen Bericht, in dem die geleisteten Stunden stehen. Pauschalen ohne Stundenzahl lassen sich nicht auf Angemessenheit prüfen.

Erfolgshonorare dürften bei SEO die Ausnahme bleiben, denn die Platzierung hängt auch von Wettbewerb und Suchmaschine ab. Über alle Leistungen hinweg beziffern die Chefs der Verbandsagenturen den erfolgsabhängigen Anteil am Gross Income laut Agenturverband GWA auf knapp fünf Prozent. Ein Angebot, das Ergebnisse wie „Seite eins“ nennt, ohne zu sagen, ob sie geschuldet sind oder nur angestrebt werden, lässt offen, was die Agentur leisten muss. Lass das im Vertrag klären; das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Beispielrechnung: was ein Retainer kosten kann#

Gerechnet wird nach Aufwand: Stunden mal Satz. Die Sätze stammen aus der Wiener Studie 2024, die Stunden und Textmengen sind Annahmen eines erfundenen Beispiels. Ein Mittelständler mit rund 150 Seiten und einem B2B-Angebot lässt seine Website laufend betreuen. Die kleine Variante deckt nur die wichtigsten Stellschrauben ab, die mittlere ein echtes Programm mit Content.

Arbeitspaket im Monat Satz (Median) Menge klein Menge mittel Betrag mittel
Strategie, Keyword- und Wettbewerbsbeobachtung 110 €/h 2 h 6 h 660 €
Technische Betreuung: Crawl, Ladezeit, Indexierung 110 €/h 3 h 8 h 880 €
Reporting, Abstimmung, Projektmanagement 110 €/h 1 h 4 h 440 €
SEO-Texte 140 €/Seite 2 Seiten 4 Seiten 560 €
Summe je Monat (Median) 940 € 2.540 €

Mit den Sätzen des unteren Viertels (80 Euro je Stunde, 120 Euro je Text) kostet die kleine Variante 720 Euro und die mittlere 1.920 Euro im Monat, mit denen des oberen Viertels (150 und 225 Euro) 1.350 und 3.600 Euro. Das Jahr kommt bei der mittleren Variante auf rund 30.500 Euro.

Der Gegentest mit der Anbieter-Einschätzung vom Anfang: Deren Spanne für Agenturen beginnt bei 1.500 Euro und reicht bis 5.000 Euro, die mittlere Variante liegt mittendrin. Die kleine Variante mit 940 Euro liegt darunter, aber im Bereich der Freelancer-Spanne von 800 bis 2.000 Euro. Wer für laufende Betreuung deutlich unter 1.000 Euro im Monat angeboten bekommt, sollte nachfragen, welche Stunden und welche Texte enthalten sind.

Nicht enthalten sind Werkzeuge für Keyword- und Linkdaten, Entwicklung auf der Website (Umbau von Templates, Redirects, strukturierte Daten), Fotos, Grafiken und Übersetzungen, bezahlte Anzeigen und die Umsatzsteuer. Gerechnet ist außerdem ein ruhiger Monat: Vor einem Relaunch dürfte der Aufwand deutlich steigen.

Was im Angebot stehen muss#

Ein vergleichbares Angebot nennt Stunden, Rollen und Ergebnisse. Die Suchmaschine selbst gibt Hinweise zur Auswahl eines SEOs; daraus und aus der Rechnung oben ergibt sich diese Prüfliste:

Unterschätzt wird die Frage nach den Links. Nach den Spamrichtlinien zählen gekaufte Links, die das Ranking verbessern sollen, und mit automatisierten Diensten erzeugte Links zum Link-Spam; erlaubt sind bezahlte Links mit dem Attribut rel=“nofollow” oder rel=“sponsored”. Die Verantwortung bleibt bei dir: Erstellt ein SEO in deinem Namen täuschende Inhalte, kann deine Website laut Google ganz aus dem Index verschwinden. Ein Linkpaket für wenig Geld ist deshalb kein Schnäppchen, sondern ein Risiko für die Domain.

Warnzeichen: wann du ablehnen solltest#

Drei Dinge sprechen gegen einen Anbieter: Er garantiert eine Platzierung, er behauptet eine „besondere Beziehung zu Google“, oder er schreibt dich unaufgefordert mit der Behauptung an, deine Website sei nirgends registriert. Dazu kommen zwei Zeichen, die in keiner Leitlinie stehen: ein Komplettpaket zum Pauschalpreis ohne Leistungsbeschreibung und ein Preis, bei dem rechnerisch keine Arbeitszeit bleibt. Bei 300 Euro im Monat sind das mit den Wiener Beratungssätzen zwei bis vier Stunden, nicht genug für Analyse, Umsetzung und Bericht. Die Anbieter-Einschätzung vom Anfang rät bei Preisen unter 300 Euro ebenfalls zur Vorsicht. Verpflichten lassen solltest du dich außerdem nicht, einen Link der Agentur auf deiner Website zu setzen.

Was SEO-Agenturen oft nicht mitbringen#

Preisvergleiche scheitern häufig am Content. Im Adwoche Agenturatlas nennen 41 von 90 SEO-Agenturen Content als Leistung (Stand 1. Oktober 2026), also nicht einmal die Hälfte. Wer eine Agentur beauftragt, die Texte nicht selbst schreibt, zahlt entweder einen Textdienstleister zusätzlich oder bekommt eine technisch saubere Website ohne neue Inhalte. Frag deshalb im Angebot, wer die Texte schreibt, und rechne sie nach den Wiener Sätzen nach. Eine Übersicht der Agenturen mit diesem Profil findest du bei den SEO-Agenturen im Agenturatlas; wer lokal sucht, filtert nach Stadt, etwa SEO-Agenturen in Köln.

Ob SEO überhaupt zur Aufgabe passt, entscheidest du vorher. Einen SEO bindest du möglichst früh ein, am besten, wenn du eine Website umbaust oder neu planst; ein kleines lokales Unternehmen erledigt nach Googles Einschätzung vieles selbst. Klar ist: Ohne Briefing mit Ziel, Zielgruppe und Budget bekommst du nur Angebote, die sich nicht vergleichen lassen. Wie du das schreibst, steht im Ratgeber zum Agentur-Briefing, und wie du die Kandidaten danach bewertest, im Ratgeber Agentur auswählen.

Agentur, Freelancer oder eigene Stelle#

Die Frage nach dem Preis ist auch eine Frage nach der Alternative. Der Tool-Anbieter beziffert einen Inhouse-SEO mit Nebenkosten auf 40.000 bis 70.000 Euro im Jahr, dazu kommen Werkzeuge. Die mittlere Beispielrechnung liegt bei rund 30.500 Euro. Der Vergleich hinkt, denn eine Stelle bringt Zeit im Haus, die Agentur dagegen mehrere Spezialisten stundenweise, für Technik, Text und Analyse. Wir halten die Agentur für die bessere Wahl, solange die Arbeit nicht ganztägig anfällt; fällt dagegen eine Vollzeitstelle an Arbeit an, lohnt sich die Frage nach einem eigenen Team. Freelancer sind für klar umrissene Aufgaben eine Option, bei Urlaub oder Ausfall fehlt aber die Vertretung.

Eine Agentur ist kein Muss. Für ein kleines lokales Unternehmen dürften eigene Grundlagen und saubere Seiten der wirksamere erste Schritt sein. Wie du eine passende Agentur überhaupt findest und eingrenzt, steht im Ratgeber Agentur finden.

Häufige Fehler vor dem Vertrag#

Zwei Fehler kosten am meisten. Der erste ist, ein Paket zu kaufen, ohne die Stunden zu kennen: Du kannst dann weder den Preis prüfen noch merken, wenn die Arbeit nachlässt. Der zweite ist, Ergebnisse zu messen, die die Agentur nicht beeinflusst. Sichtbarkeit und Klicks sind ihr Feld, Umsatz hängt auch von Preis, Produkt und Vertrieb ab. Vereinbare Kennzahlen, die zur Leistung passen, und prüfe nach drei Monaten, ob die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt sind.

Häufige Fragen

Was kostet SEO pro Monat?

Der Tool-Anbieter Ahrefs nennt für DACH Retainer-Spannen von 1.000 bis 3.000 Euro bei kleinen und 3.000 bis 10.000 Euro bei mittleren und großen Agenturen, ohne Erhebung dahinter. Eine nachvollziehbare Rechnung mit den Wiener Honorarsätzen 2024 ergibt für ein kleines Programm rund 940 Euro und für ein mittleres rund 2.540 Euro im Monat, jeweils ohne Tools, Entwicklung und Fremdkosten.

Was kostet ein SEO-Audit oder eine Erstoptimierung?

In der Honorarstudie 2024 der Fachgruppe Werbung Wien (580 Betriebe) kostet die SEO-Erstoptimierung im Median 650 Euro, das untere Viertel liegt bei 270, das obere bei 1.700 Euro. Ahrefs nennt für ein technisches Audit im DACH-Raum 1.000 bis 5.000 Euro. Was im Preis steckt, entscheidet über den Vergleich: Crawl, Keyword-Recherche und priorisierter Maßnahmenplan sind etwas anderes als eine Checkliste.

Was kostet ein SEO-Text?

Laut der Wiener Honorarstudie 2024 kostet ein SEO-Text pro Seite im Median 140 Euro; das untere Viertel der Betriebe verlangt 120, das obere 225 Euro. Das ist der Preis für den Text, nicht für Recherche, Strategie oder Veröffentlichung.

Kann eine SEO-Agentur Platz eins bei Google garantieren?

Nein. Google schreibt in seiner Anleitung zur Auswahl eines SEOs, niemand könne eine erste Platzierung garantieren, und rät bei solchen Zusagen zum Wechsel des Anbieters. Seriöse Agenturen nennen realistische Erwartungen, Zeiträume und die Kennzahlen, an denen sie ihren Erfolg messen.

Lohnt sich SEO eher mit Agentur oder Inhouse?

Ahrefs beziffert einen Inhouse-SEO mit Nebenkosten auf 40.000 bis 70.000 Euro im Jahr plus Tools. Die mittlere Beispielrechnung dieses Ratgebers liegt bei rund 30.500 Euro im Jahr. Die Zahlen sind nicht gleichwertig: Eine Stelle bringt Zeit im Haus, die Agentur bringt mehrere Spezialisten stundenweise. Wie viel Arbeit im Monat anfällt, entscheidet, welche Variante günstiger ist.

Warum sind Angebote unter 300 Euro im Monat ein Warnzeichen?

Bei 300 Euro bleiben zu den Wiener Beratungssätzen von 80 bis 150 Euro je Stunde zwei bis vier Stunden im Monat für Analyse, Maßnahmen und Reporting. Billigpakete füllen die Lücke oft mit automatisch erzeugten Links und Texten. Google zählt automatisch erstellte Links und gekaufte Links, die das Ranking verbessern sollen, zum Link-Spam.

Quellen und Datenstand (7)

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Er wird mindestens einmal im Jahr geprüft; Fehler meldest du an redaktion@adwoche.de. So arbeitet die Redaktion.

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