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Hertha BSC sperrt kommerzielle Stadion-Vlogs: Creator-Deals brauchen jetzt den Club

Nach Dynamo Dresden setzt auch Hertha BSC sein Hausrecht gegen monetarisierte Stadion-Vlogs durch. Marken und Agenturen, die solchen Content buchen, müssen umplanen.

Illustration: Kamera auf einem Stativ vor einem Tor mit geschlossener Schranke, dahinter leere Tribünenstufen
KI-Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Hertha BSC lässt bei Heimspielen keine kommerziell produzierten und monetarisierten Stadion-Vlogs mehr zu, private Aufnahmen bleiben erlaubt.
  • Der Club beruft sich auf Ticket- und Stadionbestimmungen sowie auf die Vorgaben der Bundesliga-Gruppe zu Medien- und Verwertungsrechten.
  • Dynamo Dresden hatte kommerzielle Stadion-Vlogs laut HORIZONT schon im August untersagt.

Hertha BSC lässt bei Heimspielen im Olympiastadion keine kommerziellen Stadion-Vlogs mehr zu. Das hat der Zweitligist am 8. Oktober 2026 mitgeteilt. Gemeint sind Videos, die mit eigener Kamera- und Produktionstechnik entstehen und danach auf Videoplattformen oder in sozialen Netzwerken Geld bringen. Wer mit dem Smartphone einen Moment festhält, ist nicht betroffen.

Stadionbesuche bei Hertha BSC sollen vor allem eines sein: ein gemeinsames Fußballerlebnis.

Hertha BSC

Neu sind die Regeln nicht, neu ist die Durchsetzung. Der Club schreibt selbst, er habe sie bisher teilweise weniger konsequent gehandhabt. Künftig nutzt er sein Hausrecht: Der Ordnungsdienst ist informiert, und wer mit erkennbar professioneller Ausrüstung kommt, muss damit rechnen, dass die Geräte draußen bleiben. Entschieden haben das Geschäftsführung, Präsidium, die Direktion Kommunikation & Medien und die Spieltagsleitung gemeinsam.

Hertha ist nicht der erste Club. Dynamo Dresden hatte kommerzielle Stadion-Vlogs schon im August untersagt, berichtet HORIZONT unter Berufung auf dpa.

Das Argument sind die Verwertungsrechte, nicht nur die Fans#

Offiziell geht es um das Stadionerlebnis. Für das Marketing wichtiger ist die zweite Begründung: In beiden Profiligen legt die Bundesliga-Gruppe fest, wer mediale Rechte am Spieltag nutzen darf, und auch Hertha selbst ist daran gebunden. Eine kommerzielle Verwertung von Spieltagsinhalten durch Dritte ist deshalb ohne Zustimmung des Vereins nicht möglich.

Damit verschiebt sich die Verhandlung. Viele Stadion-Vlogger arbeiten laut HORIZONT mit Werbepartnern und Agenturen zusammen. Eine Marke, die ihre Produktintegration im Stadionvideo plant, braucht künftig den Club als Vertragspartner, und Vereine dürften diesen Zugang eher als eigenes Sponsoring-Paket verkaufen als ihn zu verschenken. Die Vlogger halten dagegen, dass sie Fans zu Hause fremde Städte und Stadionkulturen zeigen. Ob dieses Argument trägt, entscheidet sich jetzt bei jedem weiteren Club, der dem Beispiel aus Dresden und Berlin folgt.

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