BDZV-Kongress am 6. Oktober: Verlage debattieren Plattformmacht, YouTube sitzt mit auf dem Podium
Das Wichtigste in Kürze
- Der BDZV-Kongress findet am 6. Oktober 2026 im Hotel Steigenberger am Kanzleramt in Berlin statt, die Kongresssessions laufen von 14 bis 17 Uhr und nur mit Einladung.
- Das Motto „Demokratie braucht viele Stimmen“ stammt aus der Aktionswoche vom 14. bis 19. September, an der laut VAUNET mehr als 180 Medienpartner teilnahmen.
- Auf dem Podium zur Macht der Plattformen sitzt auch der Deutschland-Chef von YouTube, Andreas Briese.
- Abends werden im Tipi am Kanzleramt der Theodor-Wolff-Preis und der Wächterpreis verliehen.
Der Zeitungsverband BDZV lädt am 6. Oktober 2026 zu seinem Jahreskongress nach Berlin. Tagsüber tagt die Branche im Hotel Steigenberger am Kanzleramt, am Abend folgt im Tipi am Kanzleramt die „Nacht des Journalismus“. Das Motto lautet „Demokratie braucht viele Stimmen“, und die zentrale Frage, so der BDZV: Wie behaupten sich freie Medien gegenüber Big-Tech-Plattformen, Algorithmen und gezielter Desinformation?
Drei Panels, ein Gegner#
Das Programm der Kongresssessions ist auf drei Debatten zugeschnitten:
| Panel | Thema | Dabei |
|---|---|---|
| 1 | Demokratie im Algorithmus: Plattformen und ihr Einfluss auf die Gesellschaft | unter anderem Andreas Briese (Managing Director YouTube Germany), Eva Quadbeck (Chefredakteurin RND) |
| 2 | Die Utopie von der informierten Gesellschaft: Brennpunkt Bildung | Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zur Nachrichten- und Medienkompetenz bei Lehrkräften |
| 3 | David schlägt zurück: wie regionale Player der Macht der Plattformen begegnen | Best-Practice-Beispiele von Stampen Media (Göteborgs-Posten) und der Belgian Newspaper Experience sowie der Kartellrechtler Thomas Höppner |
Bemerkenswert ist, dass der Verband den Plattformen einen Platz auf dem Podium einräumt: Im ersten Panel debattiert YouTube-Deutschlandchef Briese mit Verlegern und der Chefredaktion des RND. Den Abschluss bildet ein Auftritt der Vorstandsvorsitzenden von BDZV und Medienverband der freien Presse, Matthias Ditzen-Blanke und Lars Joachim Rose, zum „Bündnis Zukunft Presse“.
Der Anlass ist größer als der Saal#
Das Motto ist nicht neu. Unter „Demokratie braucht viele Stimmen“ lief vom 14. bis 19. September eine bundesweite Aktionswoche, an der sich nach Angaben des VAUNET mehr als 180 Medienpartner beteiligten; allein am 15. September erreichte die Berichterstattung dazu demnach mehr als 10 Millionen Menschen. Als Initiatoren nennt der Verband neben BDZV und VAUNET unter anderem ARD, ZDF, RTL Deutschland und ProSiebenSat.1. Die private Seite verfolgt dasselbe Anliegen mit eigenen Forderungen: Der VAUNET fordert einen „Aktionsplan Medienvielfalt“ und rechnet damit, dass wenige Plattformen 2026 zusammen 72 Prozent der Instream-Videowerbung auf sich ziehen.
Für Werbungtreibende ist der Kongress damit weniger Fachmesse als Stimmungstest: Wo Verlage Regulierung und Kooperation gegen Plattformen fordern, geht es am Ende um Reichweite und Umfeld, die sie verkaufen.
Wer hineinkommt#
Die Teilnahme ist nur auf persönliche Einladung möglich, die Delegierten- und Mitgliederversammlung am Vormittag (10:30 bis 13:00 Uhr) nur für Mitglieder. Journalisten können sich akkreditieren. Um 19:00 Uhr folgen im Tipi die Verleihung des Theodor-Wolff-Preises und des Wächterpreises, ab 20:30 Uhr „Alles unter drei“. Wer die Woche danach plant: Vom 21. bis 23. Oktober finden die Medientage München statt. Den BDZV-Termin im Branchenkalender gibt es hier.
Termin
- 6. Oktober 2026
BDZV. Der Kongress 2026
Verband · Hotel Steigenberger am Kanzleramt, Berlin