Burda macht Maximilian Preisser zum Vorstandssprecher: Ein Jurist als Klammer für Media und Equity

Das Wichtigste in Kürze
- Der Verwaltungsrat von Burda hat Maximilian Preisser mit sofortiger Wirkung zum Vorstandssprecher bestellt, die Funktion ist neu geschaffen.
- Preisser soll die Transformation steuern, die mit der Aufteilung in die Bereiche Media und Equity begonnen hat.
- Die operative Verantwortung der übrigen Vorstandsmitglieder für ihre Bereiche bleibt unverändert.
- Preisser kam 2017 zu Burda, war ab 2020 General Counsel und rückte 2026 in den Vorstand auf.
Burda bekommt eine Stimme für den gesamten Vorstand. Der Verwaltungsrat hat Maximilian Preisser mit sofortiger Wirkung zum Vorstandssprecher bestellt, wie der Konzern am 9. Oktober 2026 mitteilt. Die Funktion ist neu. Preisser soll die strategische Arbeit des Vorstands steuern und den Umbau voranbringen, der im Vorjahr mit der Aufteilung der Gruppe in die Bereiche Media und Equity begann.
Ein Vorstandschef im klassischen Sinn wird er damit nicht. Die übrigen Vorstandsmitglieder behalten laut Mitteilung die operative Verantwortung für ihre Geschäftsbereiche, die Neuregelung lässt sie unberührt. Marc Al-Hames, Vorsitzender des Verwaltungsrats, begründet den Schritt so: Der Vorstand brauche „in dieser Phase der Transformation eine starke strategische Klammer“.
Preissers Weg im Haus ist kurz und steil:
| Jahr | Station laut Burda |
|---|---|
| 2017 | Wechsel aus einer Hamburger Anwaltstätigkeit zu Hubert Burda Media |
| 2020 | General Counsel |
| 2022 | Aufsichtsrat der HolidayCheck Group AG |
| 2023 | Aufsichtsrat der IhreApotheken GmbH & Co. KGaA |
| 2025 | Aufsichtsratsvorsitzender der New Work SE |
| 2026 | Vorstand: Beteiligungen und Zukäufe, Recht und Compliance, dazu Datenschutz und Nachhaltigkeit |
Bemerkenswert ist das Profil. An die strategische Spitze eines Medienhauses rückt kein Blattmacher und kein Vermarkter, sondern der Jurist, der Beteiligungen und Zukäufe verantwortet. Das spricht dafür, dass die nächsten Schritte der Transformation vor allem Portfolio-Fragen sind: Was gehört zu Media, was zu Equity, und wie eigenständig arbeiten beide. Die Gesellschafter Elisabeth Burda Furtwängler und Jacob Burda formulieren das Ziel selbst, die zwei Kernsäulen Media und Equity sollen „gemeinsam mit einem starken Vorstand“ für die Zukunft aufgestellt werden.
Für Werbekunden und Agenturen ändert sich vorerst nichts an den Ansprechpartnern im Media-Geschäft, weil die operative Führung bleibt, wie sie ist. Offen ist, was „stärkere Eigenständigkeit“ der beiden Bereiche, von der Preisser spricht, am Ende für Struktur und Eigentum der Media-Seite heißt.



